Mit einem gigantischen Übernahmeangebot in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar ist der Softwareriese Microsoft® offenbar beim Messenger-Dienst Discord abgeblitzt. Dieser will wohl an die Börse. Eine gute Nachricht für alle Nutzerinnen und Nutzer?

Der Messenger-Dienst Discord hat laut einem Bericht des Wall Street Journals die laufenden Übernahmegespräche mit Microsoft® beendet. Diese liefen seit Mitte März. In diesem Zuge soll auch das Übernahmeangebot von kolportierten 10 Milliarden US-Dollar abgelehnt worden sein. Doch nicht nur Microsoft® hat Interesse am aufstrebenden Messenger, der vor allem in der Gaming-Community beliebt ist. Laut Wall Street Journal würden mindestens drei weitere Konzerne Discord gern aufkaufen, darunter auch Amazon und Epic Games.

Dass Discord so stark umworben wird, ist bei weitem kein Zufall. Im Jahr 2020 hatte der Messenger-Dienst seine Userzahlen im Vergleich zu 2019 beinahe verdoppelt – auf 140 Millionen pro Monat. Auch der Umsatz machte einen großen Sprung auf 130 Millionen US-Dollar – beinahe das Dreifache des Vorjahres. Zwar arbeitet Discord noch immer nicht profitabel, jedoch tut dies dem Übernahmeinteresse scheinbar keinen Abbruch.

Die Einstellung von Tomasz Marcinkowski als Finanzdirektor, deuten Beobachter als Versuch, an die Börse zu gehen. Der ausgewiesene Finanzexperte hatte im Jahr 2019 bereits die Plattform Pinterest erfolgreich an die Wall Street gebracht. Die Fachwelt ist sich einig: Bei Discord plant man einen ähnlichen Schritt.

Seit 2015 ist Discord stetig gewachsen und hat sich zu einer der beliebtesten Kommunikationsplattformen für Gamerinnen und Gamer entwickelt. Inzwischen spricht Discord eine noch breitere Zielgruppe an. Dass der Messenger-Dienst wie viele andere Digitaldienstleistungen gerade während der Corona-Pandemie wächst, ist wenig überraschend. Ob Discord jedoch bereits in näherer Zukunft Gewinne erwirtschaftet, ist Zukunftsmusik.

Aufgrund dieser offenen Fragen bleibt das Thema Übernahme weiterhin spannend. Auch wenn die Gespräche mit Microsoft® vorerst beendet sind: Ein nachgebessertes Angebot des Software-Giganten kann jederzeit kommen. Dass Microsoft® hungrig auf Wachstum und Diversifizierung – vor allem im Gaming-Bereich – ist, beweist das jüngste Beispiel von Bethesda.

Was denkt Ihr über die Übernahmepläne großer Player wie Microsoft®, Amazon, Google und Co? Können kleine Unternehmen von der Marktmacht der Großen profitieren oder verkommen ihre Ideen lediglich zu einem Produkt unter vielen? Teilt uns Eure Meinung gern auf Facebook mit.

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