Blizzard hat mal wieder eine kontroverse Entscheidung getroffen und damit abermals die Community erzürnt. Dieses Mal hat es aber wenig mit einem Spiel zu tun, sondern mit einer politisch geprägten Entscheidung des Unternehmens. 

Doch drehen wir die Zeit ein wenig zurück und klären erst einmal was geschehen ist. Während eines Livestreams zu den Asia Pacific Hearthstone Grandmasters wurde der Großmeister/Grandmaster (von denen es weltweit nicht einmal 50 gibt) Chung „Blitzchung“ Ng Wai interviewt. Soweit, so normal. Allerdings entschied sich Blitzchung dafür, in einer Gasmaske und einer Skibrille aufzutreten. Damit setzte er allein schon durch sein Äußeres ein klares Zeichen gegen China und drückte die Unterstützung für die Protestierenden in Hong Kong aus. Damit aber nicht genug. Um seinen Standpunkt noch klarer zu machen, rief er zudem: „Befreit Hong Kong, die Revolution unseres Zeitalters!“

MF
Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Blizzard erklärte, dass Blitzchung damit gegen die Grandmaster-Regeln verstoßen habe. Laut den HEARTHSTONE® GRANDMASTERS OFFICIAL COMPETITION RULES heißt es nämlich, dass es den Spielern untersagt sei Blizzard Diskretion öffentlich zu diskreditieren oder eine Gruppe öffentlich anzugreifen (hier wohl China). Vor allem dann, wenn das Image von Blizzard beschädigt wird. Und genau das hat Blitzchung laut Blizzard getan. Deswegen wird dem Spieler nicht nur der Status „Grandmaster“ aberkannt, sondern auch sein Preisgeld einbehalten und zudem wird er ein volles Jahr von allen Turnieren ausgeschlossen. Darüber hinaus wurden die beiden Interviewer, die im Stream zu sehen waren, entlassen.

Auch wenn die Regeln im Grunde klar definiert sind, so verstehen viele das als Kniefall Blizzards vor China. Schließlich werden viele Server von China gehostet und auch die chinesische Firma Tencent kaufte sich erst kürzlich in Activision Blizzard ein. Vor solch wichtigen Partnern will das Unternehmen natürlich nicht schlecht dastehen und knickte wohl ein. Und genau dieser Umstand erzürnte die Community und viele riefen zum Boykott von Blizzard auf. So ist man der Meinung, dass sich Blizzard an die Chinesen verkauft habe und nicht mehr das repräsentiere, für das sie einmal standen. So gibt es im Hauptbüro des Entwicklers etwa eine große Gravur im Boden, in der steht: „Every Voice Matters“. Der Protest gegen die Entscheidung scheint auch die inneren Reihen erreicht zu haben. Einige Bilder wurden veröffentlicht, die eben jene Gravur zeigen, welche aber von Blizzard-Mitarbeitern verdeckt wurde.

Blitzchung war sich den Konsequenzen übrigens durchaus bewusst. So erklärte er in einem Interview mit inevenglobal.com, dass er seine Solidarität mit Hong Kong einfach zeigen musste und es auch nicht bereue.

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