Bis dato war es möglich, mit einer VPN bei Steam bares Geld zu sparen. Nun hat Valve Schritte eingeleitet, um das zu stoppen. Ob das auf Dauer eine gute Entscheidung ist?

Eine VPN ist ein Virtual Private Network. Es kann benutzt werden, um die Internetverbindung über einen Remote Server umzuleiten und seine wahre Identität zu verbergen. Eine der Optionen dabei ist es, den Internetzugang über ein anderes Land umzuleiten. Der Preis bei Steam hing bisher vom Land ab, aus dem man sich einloggte. Vor allem in Europa zahlt man mehr Geld als in anderen Regionen. Bis jetzt konnte man sich zum Beispiel Spiele günstiger holen, wenn man über ein VPN aus z. B. Russland bezahlte. Das war gegen die Terms of Service und man konnte deswegen gebannt werden – dennoch griffen viele darauf zurück.

Ab sofort hängt der Preis der Spiele von der Länderherkunft der Zahlungsmethode ab. Damit will Valve dem vorherigen Verhalten entgegenwirken. Ein Beispiel ist das vor kurzem erschienene Horizon: Zero Dawn. Das Spiel wurde so oft über den argentinischen Server gekauft, dass Steam den argentinischen Preis auf das internationale Niveau anhob.

MF
An sich ist diese Änderung gut, aber es gibt auch zwei große Kritikpunkte. Nummer eins ist die unverhältnismäßige Verteilung von Einkommen in der EU. Die Slowakei und Deutschland haben dieselbe Währung und zahlen somit dasselbe für Spiele. Die Kaufkraft und das durchschnittliche Einkommen sind aber vollkommen verschieden. Kritik Nummer zwei ist die Befürchtung, dass Product-Key-Seiten durch diese Politik profitieren. Das wäre für Steam und die Publisher ein großer Verlust. Denn Menschen, die sich eine VPN angelegt haben, wollen eindeutig sparen – trotz des Risikos, gebannt zu werden. Es ist kaum vorstellbar, dass diese Leute nun einfach die höheren Steam-Preise bezahlen werden. Denkt Ihr, Valve hat eine kluge Entscheidung getroffen?

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