Die „Killerspiel“-Diskussion geht in den USA in die nächste Runde – dieses Mal sogar mit direkten Auswirkungen und Reaktionen diverserer Marken. Sie richtet sich nicht etwa gegen die Waffenlobby — nein, es geht einmal mehr gegen die Videospieleindustrie.

Es ist ein mittlerweile ziemlich trauriger Running Gag, den wir in den USA beobachten können. Kaum gibt es eine größere Gewalttat in den USA, schon richten sich alle Augen auf die Medien. Nicht selten landet man schnell bei den ach so bösen Videospielen. Die Folge: Kurzschlussreaktionen von diversen großen Firmen, die sich der Politik beugen und aufgrund der Sorge um ihr Ansehen auf Mittel und Verbote zurückgreifen, die nur wenig durchdacht scheinen. Jüngstes Beispiel: Die Reaktionen nach den Attentaten in Texas und Ohio. Hauptakteure des Theaters sind dieses Mal Walmart und die TV-Sender ESPN und ABC. Wie Vice berichtet, entschied sich die Einkaufskette Walmart dazu, jegliche Werbung von „Videospielen mit Gewaltinhalten und -darstellungen“ zu entfernen. Demnach gibt es im Moment zahlreiche leergeräumte Regale. Der Witz dabei ist, dass sich häufig unweit dieser Spiele-Regale zahlreiche Vitrinen mit Schusswaffen befinden. Inklusiver großer und bunter Werbung sowie eine große Zahl an Lockangeboten. Einen Schritt weiter gehen aber noch ESPN und ABC. Die Sender entschieden sich dazu — aus Respekt versteht sich — das „EXP Invitational APEX Legends at X Games“ nicht live zu zeigen. Man will zwar irgendwann einen Re-Broadcast veröffentlichen, doch für den Moment hat man „Gewaltspiele“ aus dem eSport-Programm entfernt.

Es überrascht wenig, dass viele Gamer von dieser Diskussion massiv genervt sind. Deshalb formiert sich aktuell auch Widerstand über die sozialen Netzwerke. Unter dem Hashtag #VideoGamesAreNotToBlame plädieren Gamer dafür, dass Videospiele nicht immer als Ursache für Attentate herhalten müssen.

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