Und da ist es mal wieder soweit. Kaum gibt es eine Gewalttat in den USA, schon zeigen wieder viele Finger auf die Videospiele als angebliche Auslöser. So war es schon in den letzten Jahren und so verhält es sich auch bei den neuesten Amokläufen in Texas und Ohio.  

Letztes Wochenende kam es in den USA gleich zu zwei größeren Bluttaten. In El Paso (Texas) starben dabei mindestens 20 Menschen. 26 weitere wurden verletzt. In Dayton (Ohio) kam es nur wenige Stunden später zu einem weiteren Attentat. Bei diesem starben neun Menschen und 26 weitere wurden verletzt. Wer jetzt aber glaubt, dass die lockeren Waffengesetze in den USA das Hauptproblem sind, der hat nicht mit den Republikanern gerechnet. Sie verteidigen den zweiten Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika (Regierung darf das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen nicht einschränken) weiterhin vehement und suchen natürlich einen anderen Sündenbock. Der ist laut US-Republikaner Kevin McCarthy dann auch schnell gefunden: Videospiele. In einem Interview mit FOX-News (via Gamestar) behauptete McCarthy, dass der Attentäter in Texas nur „seine Super-Soldaten-Fantasien aus Call of Duty ausleben wollte.“ Das soll zumindest aus seinem Manifest hervorgehen. Offiziell bestätigt ist das aber noch nicht. McCarthy geht sogar noch weiter. Er brachte Videospiele in direkten Kontext mit den Amokläufen. Solche Games seien demnach eine große Gefahr, häufig sogar die Auslöser solcher Amokläufe und zudem würden sie „Individuen entmenschlichen“. Dabei beruft sich der US-Republikaner auf angebliche Studien, die diese Aussagen stützen würden. Benennen tut er diese aber nicht. Kurz nach der Aussage schalteten sich diverse US-Demokraten ein und machten eher die allgemeine Waffengewalt und die Waffengesetze in den USA für den Amoklauf verantwortlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass Videospiele als Sündenbock herhalten müssen. Schon in der Vergangenheit wurden sie als Ursache für Waffengewalt mit aufgeführt. Zwischenzeitlich wurden sie sogar als „so schlimm wie Pornografie“ bezeichnet. Politisch gesehen macht das natürlich Sinn – zumindest für Republikaner. Gamer sind unter anderem altersbedingt (noch) keine Zielgruppe, um die man sich für anstehende Wahlen Sorgen machen müsste. Daher geht man mit dieser Gruppe lieber in einen offenen Konflikt, als etwa mit Waffen-Befürwortern.

Angebote Mindfactory
Share