Es ist ein weiterer Schlag gegen große Publisher, die bei ihren Games-As-A-Service vor allem auf Lootboxen setzen. Das britische Ministerium für Medien, Kultur und Sport stellt diese nämlich auf eine Stufe mit Glücksspiel und könnte sie deshalb hart regulieren. Sehr zum Unmut der ESA (Entertainment Software Association).

Nach monatelanger Arbeit, vielen Daten und jeder Menge befragter Personen kam das Department for Digital, Culture, Media & Sport (DCMS) zu dem Schluss, dass Lootboxen auf einer Stufe mit dem üblichen Glücksspiel zu setzen sind. Am Ende des Berichts wurde die Regierung dazu aufgefordert zu reagieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Sollten Lootboxen also wirklich als Glücksspiel betrachtet werden, dann dürften sie nicht an Kinder verkauft werden. Das würde weiter bedeuten, dass Spiele mit solch einem Inhalt nicht an Jugendliche und Kinder verkauft werden könnten. Gerade populäre Spiele wie „Fifa“ oder „NBA2K“ müssten somit neu gekennzeichnet bzw. neu vermarktet werden. Darunter würden auch die Bewertungen der PEGI, welche sich um die europaweite Alterseinstufungen kümmert, fallen. Von dieser verlangt das DCMS, dass Lootboxen in die Alterseinstufungen miteinfließen sollten.

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Während die PEGI den Bericht erst einmal genau studieren will, ist man an anderer Stelle schon wesentlich lauter. So stellt sich die ESA (welche unter anderem aus Publishern wie EA und Activision besteht) nahezu vollkommen quer. Die ESA will die Ergebnisse zwar durchaus ernst nehmen, sieht aber keinen wirklichen Handlungsbedarf und ist im Grunde einer anderen Meinung. Immerhin ist die Videospielindustrie in einer Vorreiterposition, wenn es um die Zusammenarbeit zwischen Spielern und Eltern geht. Zudem wird auf Länder verwiesen, in denen andere Ergebnisse als die der DCMS vorgelegt wurden (wozu auch Deutschland gehört).

Natürlich ist der Bericht noch nicht das Ende der Diskussion, aber die Empfehlung an die Regierung könnte enormen Einfluss darauf haben. Ob das Parlament noch dieses Jahr eine Entscheidung dazu treffen wird, ist aber fraglich. Allerdings wird die Luft für Lootboxen immer dünner. So sind sie in Belgien in Spielen für Kinder und Jugendliche verboten und auch in den USA gibt es immer wieder neue Vorstöße, die sich gegen die Spielmechaniken stellen.

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