Testers Keepers: WD Black SN750 Gaming M.2 2280 1TB

Höher, schneller, weiter – wer schnelle Ladezeiten möchte, kommt schon lange nicht mehr um eine SSD herum. Die WD Black SN750 Gaming M.2 2280 1TB steht für genau das: schnelle Ladezeiten, Top Performance, optimiertes Spielerlebnis. Mit ihrer NAND-Technologie bieten sie zusätzlich noch eine wahnsinnig hohe Speicherdichte, die durch die Kapazität von 1 TB abgerundet wird. Was sie in der Praxis kann und wie sie sich von anderen SSDs unterscheidet, wollten wir vom 24.02. – 01.03.2020 von sechs Testern in unserer Testers-Keepers-Aktion wissen. So beschreibt unser Tester Simon seine Erfahrung:

 

Testers Keepers WD

 

Die WD Black SN750 Gaming ist eine NVMe M.2 SSD des Herstellers Western Digital. Sie ist das Flaggschiff der Produktpalette und adressiert insbesondere Gamer. Im Zuge des Testers Keepers Programmes konnte ich diese in der 1TB Ausführung ausgiebig testen und berichte im Folgenden von meinen Erfahrungen.

Die SN750 ist eine M.2 SSD im Formfaktor 2280. Sie ist 80mm lang, 24,2mm breit und 2,38mm hoch. Um die SSD mit voller Geschwindigkeit nutzen zu können muss das Mainboard über einen M.2 Steckplatz mit vier PCIe 3.0 Lanes verfügen. Western Digital gibt für sequenzielles Lesen eine Übertragungsrate von 3430MB/s und für sequentielles Schreiben 3000MB/s an.

Im Lieferumfang ist neben der SSD nur ein Garantieheft enthalten. Die SSD ist mit Speicherkapazitäten von 250GB bis 2TB erhältlich. Zudem gibt es ab einer Größe von 500GB jeweils eine Version mit und ohne vorinstalliertem Kühlkörper. Die von mir getestete Version SN750 1TB (WDS100T3X0C) enthält keinen Kühlkörper. Western Digital empfiehlt diesen jedoch für den Einsatz in Desktop Computern.

Montage

Die Montage ist sehr einfach und wird üblicherweise im Handbuch des Mainboards beschrieben. Dazu muss die SSD in einem 30 Grad Winkel in einen freien M.2 Anschluss des Mainboards gesteckt werden. Anschließend wird die SSD langsam auf das Mainboard heruntergedrückt und mit einer M.2 Schraube befestigt. Diese Schraube wird nicht mit der SSD geliefert, sondern ist im Lieferumfang des Mainboards enthalten.

Produkteigenschaften

Die SN750 verwendet 3D NAND TLC Speicher von Toshiba/WD. Dieser erreicht keine 3000MB/s sequentielles Lesen, sondern nur 1500MB/s. Um für kurze Zeit höhere Übertragungsraten zu erreichen, wird SLC Cache eingesetzt. Leider macht Western Digital keine Angaben zu dessen Größe. Im Internet kursieren Informationen, dass dieser bei der 1TB SSD 12GB groß sein soll.

Die SSD kommt mit einer eingeschränkten Garantie von 5 Jahren. Das bedeutet, dass die Garantie verfällt, sobald eine bestimmte Menge an Daten auf die SSD geschrieben wurde oder fünf Jahre vergangen sind. Je nachdem was zuerst eintritt. Die Menge an geschriebenen Daten wird in Terrabytes Written (TBW) angegeben. Für die 1 TB große SSD beträgt die TBW 600. Auch das Konkurrenzprodukt, die Samsung 970 EVO (Plus), garantiert 600 TBW. Jede Speicherzelle der SSD kann somit mindestens 600-mal beschrieben werden. In der Realität halten SSDs meist deutlich mehr Schreibzyklen aus. Die Mean Time To Failure (MTTF) gibt Western Digital mit 1,75 Millionen Stunden an. Dies entspricht gut 200 Jahren Betriebszeit. Solange die Betriebstemperatur eingehalten wird, ist ein Dauerbetrieb mit dieser SSD problemlos möglich.

Software WD Bild 1

Die SN750 SSD benötigt keine Zusatzsoftware. Western Digital bietet jedoch optional das WD SSD Dashboard an. Dieses gibt eine gute Übersicht über den Zustand der SSD. Neben der verbleibenden Lebensdauer werden die aktuelle Temperatur und verbleibende Kapazität angezeigt. Die aktuelle Übertragungsgeschwindigkeit und Temperatur werden zudem als Graph dargestellt. Außerdem ist es möglich direkt über die Software Firmwareupdates durchzuführen und die S.M.A.R.T. Werte auszulesen. Die Software enthält eine Funktion zum Löschen des Laufwerkes (User Erase). Dies wird jedoch nicht von der SN750 unterstützt. All diese Funktionen sind praktisch, können jedoch auch durch andere Programme ausgelesen werden. Besonders an der SN750 in Kombination mit dem WD SSD Dashboard ist der Gaming Mode. Dieser soll die Gamingperformance weiter verbessern. Er sorgt dafür, dass die SSD nicht in einen Ruhezustand verfällt, wenn sie nicht genutzt wird. Dadurch fallen die Wake Up Delays weg und die SSD reagiert schneller.

Performance*

Die Performance der SSD teste ich mit dem Crystal Benchmark (7.0.0). Dabei werden fünf Mal jeweils 1GB auf die SSD geschrieben und gelesen. Aus den Durchläufen wird das arithmetische Mittel gebildet. Die SSD ist frisch formatiert.

Direkt beim ersten Ausführen ist mir aufgefallen, dass die Temperatur der SSD sehr hoch ist. Diese erreicht beim Ausführen des Benchmarks 80°Celsius. Die Betriebstemperatur der SSD ist mit maximal 70°Celsius angegeben. Ab Erreichen dieser Temperatur drosselt die SSD sich, um Schäden vorzubeugen.

Die Ergebnisse des Crystal Disk Marks:

  • SEQUENTIAL 1MiB (Q8T1) READ: 3290,45 MB/s
  • SEQUENTIAL 1MiB (Q1T1) READ: 2466,58 MB/s
  • RANDOM 4KiB (Q32T16) READ: 2116,36 MB/s
  • RANDOM 4KiB (Q1T1) READ: 52,58 MB/s
  • SEQUENTIAL 1MiB (Q8T1) WRITE: 3017,42 MB/s
  • SEQUENTIAL 1MiB (Q8T1) WRITE: 2786,12 MB/s
  • RANDOM 4KiB (Q32T16) WRITE: 2265,63 MB/s
  • RANDOM 4KiB (Q1T1) WRITE: 201,82 MB/s

Im IDLE beträgt die Temperatur der SN750 SSD in meinem Testsystem 50°C und ist somit signifikant wärmer als die anderen Komponenten meines PCs. Die zwei installierten SATA SSDs sind nur 27°C warm. Die CPU hat eine Temperatur von 42°C, die GPU 45°C und das Mainboard 34°C. Einzig die Temperatur des X570 Chipsatzes ist mit 60°C höher. Grundsätzlich sind 50°C kein Problem. Jedoch bleibt so nur ein gewisser Grad bis die Drosselung eintritt.

Beim Kopieren einer 100GB großen Datei steigt die Temperatur auf bis zu 82°C an. Die Schreibrate pendelt anschließend zwischen 100MB und 1,5GB. Sollte die SSD nicht nur für alltägliche Aufgaben genutzt werden, sondern große Datenmengen kopiert werden, so empfiehlt sich auf jeden Fall die Installation eines Kühlkörpers. Ich habe das Glück, dass meinem Mainboard ein M.2 SSD Kühlkörper beiliegt. Diesen habe ich installiert. Dadurch sank die Temperatur im IDLE auf 35°C. Die Ausführung des Crystal Disk Mark Benchmarks führte zu einem Temperaturanstieg auf 45°C. Also zu einer signifikanten Verbesserung.

Die Ergebnisse des Crystal Disk Marks mit installiertem Kühlkörper:

  • SEQUENTIAL 1MiB (Q8T1) READ: 3497,46 MB/s, Unterschied: +6,29%
  • SEQUENTIAL 1MiB (Q1T1) READ: 2630,47 MB/s, Unterschied: +6,64%
  • RANDOM 4KiB (Q32T16) READ: 2094,65 MB/s, Unterschied: -1%
  • RANDOM 4KiB (Q1T1) READ: 52,68 MB/s, Unterschied: +0%
  • SEQUENTIAL 1MiB (Q8T1) WRITE: 3008,70 MB/s, Unterschied: +0%
  • SEQUENTIAL 1MiB (Q8T1) WRITE: 2998,10 MB/s, Unterschied: +7,6%
  • RANDOM 4KiB (Q32T16) WRITE: 2033,75 MB/s, Unterschied: -10%
  • RANDOM 4KiB (Q1T1) WRITE: 212,67 MB/s, Unterschied: +5,4%

Die vom Hersteller angegebenen 3430MB/s sequentielles Lesen, sowie die 3000MB/s sequentielles Schreiben werden in dem zweiten Benchmark geringfügig übertroffen. Die Auswirkung eines vergleichsweise kleinen Kühlkörpers zeigen sich direkt in den Benchmarks. Das bedeutet nicht, dass die SSD diese Werte konstant erreichen kann. Der Kühlkörper kann die aufgenommene Energie nicht so schnell abführen, wie er sie aufnimmt. Dennoch ermöglicht der Kühlkörper es die Zeit bis zur Drosselung aufzuschieben.

Preis/Leistung & Markt WD Bild 2

Die von mir getestete 1TB Variante der SN750 (WDS100T3X0C) kostet zum Zeitpunkt des Reviews knapp 195€ bei Mindfactory. Das entspricht einem Preis von 19,5ct/GB. Damit ist die SSD vergleichsweise teuer. Sie ordnet sich in der gehobenen Preisklasse mit der 970 EVO und der 970 EVO Plus für 172,90€, respektive 217€ ein. Für einen Aufpreis von ca. 30€ gibt es die Corsair Force Series MP600 bei Mindfactory zu kaufen. Dies ist eine M.2 PCIe 4.0 SSD. Obwohl sie den PCIe 4.0 Standard nicht ausreizen kann, ist ihre sequenzielle Übertragsungsrate signifikant höher als die der PCIe 3.0 SSDs. Sie erreicht bis zu 4950MB/s beim Lesen und bis zu 4250MB/s beim Schreiben. Alle Preise beziehen sich auf den 20.03.2020 00:00.

Fazit

Die Western Digital SN750 M.2 NVMe 1TB SSD ist eine sehr leistungsstarke SSD für den anspruchsvollen Endkunden. Sie erfüllt all meine Erwartungen und bietet der Samsung 970 EVO Plus einen würdigen Konkurrenten. Dennoch ist ihr Preis für eine SSD vergleichsweise hoch. Ein wahrnehmbarer Unterschied zu günstigeren M.2 SSDs wird in Alltagssituationen nicht für alle Nutzer wahrnehmbar sein. Fällt die Entscheidung auf eine hochpreisige SSD, so sollte man prüfen, ob der Chipsatz des Mainboards M.2 PCIe 4.0 unterstützt. Aktuell ist das nur beim X570 Chipsatz in Kombination mit einem Ryzen Prozessor der dritten Generation der Fall. In diesem Fall würde ich persönlich zur MP600 greifen. Ist dies nicht der Fall, spreche ich eine Kaufempfehlung für die hier getestete SN750 aus, jedoch nur mit einem Kühler. Genau wie es auch Western Digital empfiehlt.

* Testumgebung: Alle Tests wurden in Kombination mit folgender Hardware durchgeführt: AMD Ryzen 5 3600, MSI MPG X570 Gaming Plus, 16GB Crucial Ballistix Sport LT 3200Mhz. Das Betriebssystem befindet sich auf einer Samsung 850 EVO SSD.

 

 

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