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Testers Keepers: MSI X470 GAMING PLUS MAX AM4

Schlicht, einfach, solide: das Mainboard MSI X570 GAMING PLUS MAX AM4 überzeugt mit seiner simplen Aufmachung ohne viele Extras oder RGB zu einem unschlagbaren Preis. Trotz anfänglicher BIOS-Probleme, die durch ein Update aber blitzschnell behoben werden konnten, ist es also die perfekte Grundlage – oder?

Das wollten wir mit unserer Testers-Keepers-Aktion vom 27.01. – 02.02.20 von zehn glücklichen Produkttestern wissen. Hier präsentieren wir Euch jetzt eine dieser zehn Bewertungen des Teilnehmers Florian, die Euch einen guten, aber auch ehrlichen Einblick gewährt. Viel Spaß beim Lesen!

Testers Keepers Mainboard MSI

Liebe Leser/innen,

erstmal ein Dankeschön an das Team von Mindfactory, welches mir das Mainboard im Zuge der Testers-Keepers-Aktion zukommen lassen hat und mir damit die Möglichkeit gegeben hat, das Mainboard zu testen.

Als erstes zu dem System mit dem ich das Board getestet habe:

Als CPU nutze ich den AMD Ryzen 5 3600X. Für diesen Test betrachte ich ihn erstmal auf Stock Werten und werde zum Schluss nochmal einen kleinen Einblick auf die Übertaktungsmöglichkeiten Eingehen. Als Arbeitsspeicher kommt ein Crucial Ballistix Sport Dual-Kit mit 32 GB, 3200 MHz und 16-18-18 Timings zum Einsatz. Meine Grafikkarte ist eine GTX 1080 ebenfalls von MSI in der Armor OC Version. Gekühlt werden CPU und GPU durch eine Wasserkühlung mit einem 360er und einem 240er Radiator. Zusätzlich ist noch ein Lüfter an der Hinteren Wand des Gehäuses verbaut, welcher für einen leichten Luftstrom über den VRM und dem IO-Panel sorgt. Verbaut ist das ganze in einem Fractal Design Define S. Der Strom wird von einem BeQuiet Pure Power 10 mit 500 Watt geliefert. Als Datenspeicher kommen eine Kingston KC1000, eine Intel SSD 660p und zwei Crucial BX500 mit einmal 1TB und einmal 500GB zum Einsatz. Vorher wurden die SSDs mit einem Ryzen 2600 und einem MSI B450 Tomahawk verwendet.

Design und Verarbeitung

Das Board ist im Vergleich zur normalen Version des X470 Gaming Plus eher schlicht gestaltet. Die roten Farbakzente wurden entfernt und das PCB ist in einem schlichten, schwarz/grauen Stil gehalten. Mir persönlich gefällt es wirklich gut und es ähnelt dem B450 Tomahawk vom Design her. Da ich eine Seitenscheibe in meinem Gehäuse verbaut habe, finde ich es gut, dass der Stil der Mainboards sich nicht unterscheidet. Dies ist jedoch eine Sache die wirklich im Auge des Betrachters liegt. Dahingegen ist die Verarbeitung durchaus etwas Objektives. Und die ist, wie ich es von MSI gewohnt bin, wirklich Spitze. Es ist eine stabile Platine mit sehr sauberen Lötstellen. Verarbeitungsmängel habe ich wirklich keine gefunden. Das kam dem Rechnerbau auch zu Gute, denn man hatte keine Angst, dass das Mainboard beim einstecken des 24-Pin ATX Steckers irgendwie durchbricht oder zu sehr gebogen wird. Alle Komponenten sind gut erreichbar und wie ich finde auch gut platziert, sodass es höchstens bei den PCI-e Slots mal zu Konflikten kommen kann.

Anschlüsse/Ausstattung

Das Board bietet umfangreiche Anschlussmöglichkeiten sowohl intern, als auch direkt am IO-Panel.

So befinden sich am IO-Panel:

  • 1x PS/2 (Maus und Tastatur kombiniertTesters Keepers MSI Mainboard
  • 2x USB 2.0
  • 1x DVI-D
  • 4x USB 3.2 Gen1
  • 1x HDMI
  • 1x 1 GB Lan
  • 2x USB 3.2 Gen2
  • 1x Optical S/PDIF
  • 5x Audio Ports

Das einzige was an dieser Stelle fehlt ist ein USB-C Anschluss. Dafür hat man hier mehr normale USB- Anschlüsse bzw. die USB 3.2 Gen2. Dadurch ist schon eine sehr gute Versorgung an USB-Anschlüssen gegeben, die für jeden ausreichen sollten. Zu bedenken ist, dass die Videoausgänge (HDMI u. DVI-D) nur zur Verfügung stehen, wenn auf dem Mainboard eine APU benutzt wird. Aber auch mit den internen Anschlüssen muss sich das Board nicht verstecken. Hier eine kurze Auflistung der meiner Meinung nach wichtigsten:

  • 1x 8+4 Pin CPU-Strom
  • 6x SATA 6.0Gb/s (1 gekoppelt mit dem 2.M2 Anschluss)
  • 1x M2 PCI-e 3.0 x4 (nur NVME)
  • 1x M2 PCI-e 2.0 x4 (NVME u. SSD)
  • 2x PCI-e 3.0 x16
  • 1x 4-Pin Anschluss für Pumpen
  • 2x USB 3.1 Gen1 (Unterstützen insgesamt 4x USB-Frontanschlüsse)

Hinzukommen noch einige weitere wie LED und mehrere Lüfteranschlüsse, sodass das Board über viele Erweiterungsmöglichkeiten verfügt. Da das Board für die Benutzung von AMD Ryzen 3000 CPUs ausgelegt ist stehen einige Anschlüsse jedoch nur in Kombination mit einem solchen Prozessor zur Verfügung. Ich finde die Ausstattung wirklich mehr als Ausreichend für ein Board dieser Preisklasse. Zudem bietet es auch noch weitere Features wie eine CMOS Taste zum direkten Zurücksetzen des Bios, sowie einige Softwarefeatures, wie MSI Mystic Light zum synchronisieren von LED-Geräten, die Audiolösung von Nahimic ist mit dem Board auch verfügbar und eine gute Lüftersteuerung. An dieser Stelle möchte ich dann noch auf das gut Dokumentierte Benutzerhandbuch aufmerksam machen. In diesem ist wirklich so gut wie alles und auch vor allem übersichtlich beschrieben. Dadurch kann man das Lanesharing gut nachvollziehen, was bei anderen Boards sich als sehr schwierig erweisen kann.

Bios

Das Bios ist wieder typisch MSI. Da hat ja jeder Hersteller sein eigenes Konzept und Layout. Auf diesem Board kommt aktuell das Click Bios 5 zum Einsatz. Ich finde es übersichtlich gestaltet und auch die Erklärungen einzelner Funktion sind hilfreich. Im Standard-Modus finde ich es wirklich sehr Nutzerfreundlich gestaltet und man findet sich auch als unerfahrener Nutzer gut zurecht. Geht man nun in den Advanced-Modus eröffnen sich nun alle Möglichkeiten sein System anzupassen. Für mich ist MSI das Bios in welches ich mich am schnellsten einarbeiten konnte und dessen Struktur ich direkt verstanden habe. Da hatte ich bei Herstellern wie Gigabyte oder ASUS ein wenig mehr Probleme, das ist jedoch wieder eine individuelle Geschichte. Alles in allem finde ich das Bios sehr angenehm zu bedienen. Es hat auch direkt alle meine angeschlossenen Geräte erkannt und ich konnte auch mit dem 3600X direkt starten, ohne dass ein Update nötig war.

Funktionalität/Leistung

Mit der Leistung des Mainboards bin ich noch nicht ganz zufrieden. Ich hatte am Anfang mit Bluescreens zu kämpfen. Da ich das System ja aber nicht neu installiert hatte, sondern mein altes Übernommen, konnte ich durch ein paar saubere Neuinstallationen es soweit bereinigen. Also noch nichts was man aufs Board schieben könnte, da das System nun doch einiges auf dem Buckel hat und wir wissen ja alle, dass sich Windows im Laufe der Zeit wirklich selbst zumüllt und eine Neuinstallation manchmal echt wunder bewirken kann. Da ich noch kein Bios-Update durchgeführt hatte und noch das Release-Bios installiert war, wunderten mich die etwas längeren Bootzeiten nicht. Diese wurden dann nach der Biosaktualisierung auch wirklich deutlich reduziert. Jetzt bootet mein System wie gewohnt sehr zügig. Leider konnte ich noch nicht alle Macken mit dem Bios-Update beheben. Ich habe nämlich Probleme mit dem XMP-Profil von meinem Arbeitsspeicher. Sobald ich dieses aktivierte traten wieder Bluescreens auf bzw. mein System fror ein. Sobald ich jedoch Takt, Timings und Spannung manuell eingestellt hatte lief wirklich alles Problemlos. Ich habe dann einige Tests mit Prime95 und MemTest gemacht und es war wirklich alles stabil. Hier besteht also noch Verbesserungsbedarf seitens MSI.

Mainboard GesamtansichtAnsonsten bin ich von dem Board wirklich begeistert. Meine CPU erhielt zwar immer etwas viel Strom mit 1,4- 1,415 Volt aber nach einer kurzen Recherche scheint das ja normal für 3000er CPUs zu sein. Unter Last boostet das Board meinen 3600X auch wirklich bis auf die von AMD angegebenen 4,4 GHz. Also hier ein deutliches Plus, denn das war ja beim Release nicht wirklich die Regel. Einen weiteren Pluspunkt vergebe ich für die Spannungswandler/ deren Kühlung. Ich habe Prime95 mal eine Nacht lang laufen lassen in Kombination mit HWInfo um mal die Temperaturen zu testen. Die Spannungswandler wurden maximal 75 Grad warm und das obwohl ich ja durch meine Wasserkühlung so gut wie keinen Luftstrom über der Kühlung habe. Das System läuft dabei wirklich sehr leise und den 140er Lüfter an der Rückseite des Gehäuses habe ich mit 550 RPM drehen lassen, also bewegt dieser auch nicht zu viel Luft. Hier bin ich wirklich beeindruckt. Das war nämlich auch immer ein Thema für mich mit meinem B450. Hier wurden Die Spannungswandler auch gerne mal 85 Grad warm, wobei nur ein übertakteter 2600 mit 1,35 Volt genutzt wurde. Also bleiben die Spannungswandler deutlich kühler, trotz des höheren Stromflusses. Auch habe ich einen Vorher/Nachher Vergleich bezüglich der Geschwindigkeiten meiner Festplatten gemacht. Hierzu habe ich den ASSD Benchmark benutzt und war ziemlich überrascht, als ich gesehen habe, dass alle im Schnitt um die 10% schneller geworden sind (abgesehen von den Lesewerten der normalen SSD, da sie hier schon im Limit liefen). Also macht das Mainboard auch hier einen super Job und übertrifft meine Erwartungen.

Übertaktung

Zu den Übertaktungsmöglichkeiten kann ich leider aktuell relativ wenig beitragen, da mir dazu einfach aktuell die Zeit fehlte. Aber zwei-drei kleinere Sachen möchte ich dazu dennoch anmerken. Zum einen sehe ich wirklich auch viel Potenzial in den Spannungswandlern, da diese ja mit dem hohen Grundstrom doch sehr kühl geblieben sind (Nach HWInfo waren es Minimum 1,4V in dem Prime95 Test). Ich habe dann noch ein wenig mit dem RAM rumgespielt über die Memory Try-it Funktion von MSI und hier sogar dann 3600 MHz mit 18-18-20 Timings nach mehreren Stunden MemTest und Prime stabil zum laufen bekommen, also scheint das Board wirklich nur ein Problem mit dem XMP-Profil zu haben.

Fazit

Ich würde das Board auf jeden Fall weiterempfehlen. Es ist wie ich finde wirklich super ausgestattet und bietet viele Features vor allem für den Preisbereich. Im Preisvergleich ist es aktuell das Günstigste X470 Mainboard im ATX Formfaktor und bietet mir alles was ich möchte. Einzig und allein die Probleme mit dem Arbeitsspeicher finde ich sehr ärgerlich. Ich habe diesen auch auf anderen AM4 Boards mit XMP betrieben ohne diese Probleme. Ansonsten kann ich das Mainboard wirklich nur empfehlen.

Was haltet Ihr von schlichten Mainboards? Stimmt Ihr Florian zu, oder muss es bei euch leuchten? Klinkt euch gern im Forum ein, entweder zu diesem Mainboard oder ganz allgemein.

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