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Testers Keepers: GIGABYTE Radeon™ RX 5600 XT GAMING OC

Eine Grafikkarte, die die Meinungen der Gamingwelt spaltet: die GIGABYTE Radeon™ RX 5600 XT GAMING OC.

Leistung, Schnelligkeit und hohe Taktung vs. Bluescreen, Framedrops und Abstürze – doch was kann die Grafikkarte wirklich?

Kann sie überzeugen, oder enttäuscht sie tatsächlich? Mit unserer Testers-Keepers-Aktion vom 20.01. – 26.01.20 wollten wir es herausfinden, und möchten Euch die ausführliche Bewertung unseres Teilnehmers Tom nicht vorenthalten. Also, genießt eine Bewertung vom Feinsten und entscheidet selbst über die hitzige Debatte.

 

KatBanner Testers Keepers GIGABYTE Radeon™ RX 5600 XT GAMING OC

 

Hallo zusammen!

Mir wurde freundlicherweise die GIGABYTE Radeon RX 5600XT GAMING OC 6G zum Testen zur Verfügung gestellt. In meinem Test war die Hauptintention eigene Erfahrungen zu sammeln – hier im Forum liest man oft von Problemen mit der RX 5700 XT, ggf. hat AMD diese die ausgemerzt?

Vorwort
AMD und NVIDIA haben sich kurz vor Release einen Schlagabtausch geliefert. Wie ich es aufgefasst habe, war die 5600XT ursprünglich als Konkurrenz zur 1660 Super/TI angedacht – daraufhin hat NVIDIA jedoch die Preise der RTX 2060 gesenkt. Damit sind diese eher vergleichbar. Um nich unterzugehen, hat AMD den Herstellern quasi zu Marktbeginn ein neues BIOS zur Verfügung gestellt. Dieses erhöht die Leistung der 5600XT relativ deutlich.

Meine Karte wurde noch mit dem alten BIOS ausgeliefert. Dieses konnte man sehr einfach über ein 1-Klick Updater von GIGABYTE installieren. In meinem Test bin ich komplett auf diesem BIOS geblieben.

Auffälligkeiten vor Beginn – VRAM
Hier muss ich vorab sagen – ich verstehe AMD hier nicht. Die 5500XT hat 8GB VRAM. Sogar die RX570 aus April 2017 hat 8 GB. AMD war immer spendabel, was den VRAM anging. Warum hier 6GB? Schon bevor das Testen losgeht, muss man hier sagen, dass man die Karte nicht für Personen mit WQHD bzw. 1440p und aufwärts empfehlen kann. Es mag Spiele geben, die auch in 1440p mit 6GB VRAM auskommen, aber das wird vermutlich zeitnah ein Ende finden. Es wird schnell die Grafik darunter leiden, denn gerade wenn der VRAM vollläuft, werden die Texturen schlechter dargestellt. Es ist immer ungünstig, wenn die Karte es leistungstechnisch könnte, aber einfach der VRAM zu Ende geht.

Ich habe mich daraufhin gefragt, wer die Karte wirklich braucht oder nutzen möchte. Sie wird als der Full HD / 1080p – König beworben. Ich denke, dass die Karte an 1080p/144Hz gerichtet ist – Trifft direkt auf mich zu. Aktuell nutze ich die GIGABYTE WINDFORCE GTX 1070 und werde diese in Tests als Vergleich heranziehen.

Lieferumfang
Sehr knapp gehalten. Grafikkarte wie gewohnt in anti-statischer Verpackung, dazu Hinweise auf Papier gedruckt. Persönlich begrüße ich das Verschwinden der Treiber-CD, da man sie in der Realität einfach nicht mehr braucht. Früher oder später hat man hier einen veralteten Treiberstand und so wird jeder dazu „gezwungen“, halbwegs aktuelle Treiber zu installieren. Man könnte auch mit dem Umweltaspekt argumentieren, aber ich denke dass dieser zu gering ist.
Die Verpackung sonst wirkte hochwertig und transportsicher.

Technische Daten Testers Keepers GIGABYTE Radeon™ RX 5600 XT GAMING OC GraKa
– Boost Clock bis 1620 MHz
– Game Clock 1560 MHz
– 14 Gbps Speicheranbindung
– 6GB VRAM
– FreeSync-fähig
– 160W TDP (Neues BIOS)
– 3x DP 1.4, 1x HDMI 2.0b
– L=279.85 B=114.35 H=49.55 mm
– 1x 8-Pin Stromanschluss

Ich beschränke es mal auf die meiner Meinung nach wichtigen Daten an dieser Stelle. Bei mehr Interesse kann man es ja direkt im Shop nachlesen.

Design
Ja, hier gibt es keine wirklichen Überraschungen. Das Kühlerkonzept ist identisch zur RX5700 und optisch schlicht, aber meines Erachtens nach hübsch gehalten. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und hier ist nichts Negatives aufgefallen.
Es gibt einen GIGABYTE-Schriftzug, den man über eine RGB-Software farbig beleuchten kann.Es ist nicht stark beleuchtet, aber man kann es schon dem ggf. vorhandenem RGB in seinem PC anpassen.
Schön finde ich die Backplate, das lässt die ganze Karte massiver und hochwertiger wirken.

Leistung
Kurz vorab eine Zusammenfassung. Durchschnittlich ist sie in meinen (Spiele-)Tests etwa 20% schneller als die GTX1070. Mag man anderen Reviewern, die mehr GPUs herumliegen haben glauben, dann ist sie deutlich schneller als die 1660S/TI und ziemlich identisch RTX 2060. Es ist natürlich deutlich davon abhängig, welche GPU-Architektur die Engine des Spiels bevorzugt. Falls das Spiel von Interesse nicht dabei ist, einfach mal online danach suchen.
Getestet wurde auf 1080p, jeweils Ultra bzw. Max Settings
[Fotos zu den Ergebnissen im Forum 🙂 ]

Schön ist auch, dass die Karte quasi immer in der angegebenen Leistungsaufnahme von 150 bzw. nach dem BIOS-Update 160 Watt bleibt. Generell ist der Stromverbrauch gering und die Effizienz wurde im Vergleich zu den Vega-Karten deutlich gesteigert.

Kühlung/Lautstärke

Meine GPU wurde dabei nie heißer als 69 °C. Die Lüfter waren deutlich hörbar (Fractal Design Meshify C – Full Mesh Front. Generell nicht das leiseste Case), jedoch nicht störend laut. Durch ein Headset hindurch ohne Ingame-Sounds hörbar, sobald man Musik oder Sounds anhat, habe ich es nicht mehr wahrgenommen.

Software
So sehr ich das BIOS-Update von der Software gelobt habe – Die „AORUS Engine“ ist grauenhaft. Die Software ist super langsam, man hat kaum Möglichkeiten überhaupt irgendwas zu machen und es hängt sich andauernd auf. Meiner Meinung nach kann man sich die sparen.
Über die RGB-Fusion Software kann man die Beleuchtung des Logos anpassen.

Die AMD-Software, die bei dem Treiber mitinstalliert wird, ist hier deutlich besser. Man kann, bei Bedarf, relativ simpel übertakten, hat übersichtliche Einstellungsmöglichkeiten der Features und voreingestellte Profile dieser.

Der größte Kritikpunkt hier ist, dass die Lüftersteuerung auf mich überhaupt keinen Sinn macht – hier ein Beispiel:
Ich schließe einen Benchmark, die Lüfter drehen etwas nach, bis die GPU bei etwa 55°C ist und gehen in den 0RPM Modus. Ich hole mir einen Kaffee, komme wieder, die Lüfter drehen mit 400 RPM bei 53°C. Versteht mich nicht falsch, die Lüfter sind unhörbar.
Aber warum ist es hier nicht einheitlich gehalten? Ich kann mir keinen sinnvollen Schluss daraus ziehen.

Ich habe testweise die Lüfter kurzzeitig auf 100% drehen lassen, damit die GPU Temperatur ordentlich runter geht. Habe bei 35°C aufgehört und wieder auf Auto gestellt – Siehe da, der 0RPM Modus ist wieder da.
Habe danach eine eigene Lüfterkurve erstellen wollen. Diese wird seltsamerweise komplett ignoriert – siehe Screenshot? Danach wieder auf Auto gestellt – wieder 450 RPM bei ~37°C.

Dann testweise wieder aus dem OC-Menü „Manuell“ auf „Automatisch“ geschaltet – da funktioniert der 0RPM Modus wieder ordentlich! Ich habe im manuellen Menü NICHTS übertaktet.
Nun gut, neuer Test. Benchmark an, GPU etwas erwärmen lassen, ein paar Minuten abwarten. Siehe da, der 0RPM Modus läuft ordentlich..

Ist das ein Bug? Möchte AMD nicht, dass man manuell übertaktet? Nochmal – ich habe keinen Wert angepasst. Die Karte läuft in beiden Tests auf Stock. Seltsam.

Testers Keepers GIGABYTE Radeon™ RX 5600 XT GAMING OC GraKa Bild 2

Features
Hier mal ein Überblick an Features, die man einfach in der Software aktivieren kann – reduziert auf die, die ich persönlich als Sinnvoll erachte:

  • Radeon Anti-Lag: Verringerung des Input-Lags (Reaktionsdauer von Druck einer Taste/Mausbewegung/sonstigen Inputs)

Habe es in Counter Strike:GO und Fortnite getestet. Gerade CS:GO ist ein Spiel, in dem InputLag einen deutlichen Unterschied macht. Ich habe es zuerst auf 144 Hz getestet und meine einen minimalen Unterschied zu spüren. Habe dann ein bisschen recherchiert und
gelesen, dass man es auf 60Hz deutlicher merkt – hier ist der Unterschied tatsächlich deutlicher. Laut AMD sind es 20-35% Unterschied. Das ist deutlich und man kann es meiner Meinung nach schon über den Verlust von wenigen FPS stellen.

  • Radeon Boost – Erhöht FPS durch dynamische Auflösungsanpassungen. Macht in schnellen Spielen wie CS keinen Sinn, aber in AAA-Titeln, in denen man gerne ein paar Frames mehr hätte, hilft es schon.
  • Radeon Enhanced Sync – Grundsätzlich eine Verbesserung von VSYNC. Es verringert Tearing, also eine Verzerrung des Bildes, mit weniger InputLag als VSYNC.

Zwischengedanke – Bewertung GIGABYTE
Ich habe darüber nachgedacht – bewerte ich hier die 5600XT oder die GIGABYTE Version dieser? Ich würde es in 2 Teile splitten wollen. Grundsätzlich macht man mit der GIGABYTE-Version der Karte nichts falsch. Das Kühlkonzept wirkt recht stimmig, das BIOS-Update wurde gut gelöst und sie ist hochwertig verarbeitet. Die Software kann man ignorieren, die RGB Steuerung ist passig. Gigabyte liefert wie gewohnt ein solides Produkt ohne größere positive oder negative Ausreißer. Ich gehe fest davon aus, dass das Lüfterproblem, welches ich hatte entweder zeitnah gefixt wird, oder einen direkten Zusammenhang mit meiner Karte oder Treiberversion hat. Da ich aktuell keinen Drang zu übertakten habe, sehe ich das nicht als großen Negativpunkt an.

Fazit RX 5600 XT

Für Full-HD gefällt mir die Karte. Hier macht man nichts falsch, ich hatte außer der Lüftersteuerung keine größeren Bugs o.Ä. und sie liefert in 1080p ordentlich ab. Aber auch in Full-HD werden die 6GB knapp – selten, aber immer öfter.
Ich komme zum Fazit zurück und bleibe dabei – es ist für mich nicht nachvollziehbar.

Das Ganze würde für mich aber kein großes Problem darstellen – wäre da nicht die RX5700. Leistungstechnisch ist diese noch immer minimal vorne und hat dafür die 8GB VRAM – und kostet eben kaum mehr.

$279 zu $349 ist der Unterschied der UVPs. Aktuell ist der Unterschied der realistischen Straßenpreise jedoch eher 10-15€. Und da kann man ehrlicherweise niemals die RX 5600 XT der RX 5700 vorziehen.
Ich gehe persönlich aber stark davon aus, dass die Preise der 5600XT zeitnah etwas fallen werden (Best Case) oder die 5700 (und – XT) etwas nach oben angepasst werden (Worst Case).
Stolpert später jemand über diesen Test – Das Fazit lautet super, wenn die 5600XT deutlich (mindestens 50€, eher 70-80€) unter der RX 5700 liegt.

Aktuell kostet die getestete 5600XT 313€. Wenn der Preis näher an 250€ läge, hätte sie eine ehrliche Empfehlung für 1080p-Spieler bekommen.

 

Habt Ihr die Grafikkarte auch schon getestet? Was sind Eure Erfahrungen mit ihr? Klinkt Euch doch gerne in die Diskussionen im Forum ein.

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