Testers Keepers: GIGABYTE AORUS LIQUID COOLER 240

Du willst eine Wasserkühlung, aber hast ein schmales Budget? Du hast außerdem auch nicht so viel Zeit, um Dir selbst etwas zusammen zu basteln? Dann ist eine AiO-Wasserkühlung vielleicht das Richtige für Dich. Der GIGABYTE AORUS LIQUID COOLER 240 ist dazu noch in einem hübschen, matten schwarz gehalten und verfügt sogar über unsere heiß geliebte RGB Beleuchtung! Was sie wirklich kann und wie groß der Unterschied zur herkömmlichen Luftkühlung ist, hat unser Tester Lukas für Euch in seiner Bewertung im Rahmen der Testers-Keepers-Aktion vom 17.02. – 23.02.2020 festgehalten:

GIGABYTE AORUS LIQUID COOLER 240 Banner

 

Der Aorus Liquid Cooler 240 wurde mir von Mindfactory im Rahmen der ‑Testers Keepers Aktion zur Verfügung gestellt. Getestet habe ich die AiO mit folgender Hardware:

  • AMD Ryzen 3700x
  • Asus X570-E Gaming
  • 32 GB Trident Z Neo
  • Powercolor RX Vega 56 Red Dragon
  • beQuiet Dark Base 700
  • 3x Silent Wings 140mm

Mein bisheriger CPU Kühler ist ein Dark Rock Pro 4, also ein ziemlich potenter und vor allem sehr leiser Luftkühler. Ich vermute, dass die AiO bei der Kühlleistung zwar mithalten kann oder auch etwas besser abschneidet, hierbei aber hörbarer ist, als der Dark Rock Pro 4.

Als Wärmeleitpaste habe ich unter dem Dark Rock Pro 4 die Coolermaster Mastergel Maker in Verwendung, welche ich zur besseren Vergleichbarkeit auch für die AiO nutze.

Verpackung & Lieferumfang

Die AiO kam von Mindfactory gut verpackt bei mir an, der Karton des Kühlers ist etwas größer als ein Schuhkarton. Nach dem Öffnen springt einem als erstes der Quick Installation Guide entgegen, der wie so oft sehr spartanisch ausfällt, aber im Grunde ausreichend ist.

Darunter finden sich in einer Schaumgummieinlage in separaten Fächern die einzelnen Komponenten der AiO wieder, die da wären:

  • Radiator und Pumpe, die natürlich bereits mit zwei Schläuchen verbunden sind
  • zwei 120mm RGB Lüfter
  • Tüte mit verschiedenen Backplates und Schrauben

Die Verpackung macht einen sehr guten Eindruck. Hier muss man keine Angst haben, dass etwas beschädigt wird, falls der Paketbote etwas ruppiger mit dem Karton umgeht.

Bild 1 AIO WaKüVerarbeitung & Einbau

Die AiO macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Mir sind keine scharfen Kanten oder verbogenen Lamellen am Radiator aufgefallen. Die Schläuche sind ummantelt und dadurch sehr wertig.

Die AiO ist mit den Sockeln Intel 2066, 2011, 2011-3, 1366, 115x und AMD AM4 und TR4 kompatibel.

Wie bereits in der Einleitung geschrieben, verwende ich die AiO mit einem Ryzen 3700x, also auf dem AM4 Sockel.

An der Backplate vom Mainboard werden die vier Schrauben aus der Tüte, die mit AM4 beschriftet ist, angebracht.

Den Radiator habe in die Oberseite des Gehäuses gesetzt. Die Schiene zum Anschrauben lässt sich aus dem Dark Base 700 herausnehmen, wodurch die Installation sehr einfach war. Radiator mit acht Schrauben an der Schiene befestigen, die beiden Lüfter mit je vier Schrauben unter den Radiator schrauben, Schiene wieder ins Gehäuse schieben, fertig.

Als nächstes musste die Pumpe montiert und werden. Ich habe mich gegen die ab Werk unter der Pumpe aufgetragene Wärmeleitpaste entschieden, diese also entfernt und eine dünne Schicht meiner vorhandenen Coolermaster Mastergel Maker auf die CPU aufgetragen. An der Pumpe ist der Montageringe für den Intel Sockel vormontiert, dieser wird einfach abgedreht und der Ring für AM4 drauf gedreht. Die Pumpe muss im Anschluss nur noch auf die vorher angebrachten Gewinde gesetzt und mit vier Schrauben festgedreht werden. Dies ging sehr einfach und konnte ohne Werkzeug erfolgen.

Zum Schluss wird alles verkabelt. An der Pumpe zwischen den beiden Schläuchen kommen vier Kabel raus: 1x SATA Stromanschluss, für den Anschluss am Netzteil, 1x USB, der auf einen USB Header auf dem Board kommt und zwei Y-Kabel mit jeweils zwei Fan und LED Headern, an denen die beiden Lüfter angeschlossen werden. Alle Kabel sind lang genug, um sie hinter dem Mainboard Tray zu verlegen.

Kühlleistung

Ich habe die Temperaturen der CPU mit HWInfo ausgelesen. Einmal für 10 Minuten im Idle und einmal unter Last mit Prime95 in der Small FFTs Einstellung. Hierbei habe ich die Temperaturen nach 30 Minuten Aufwärmphase über einen Zeitraum von 30 Minuten gemessen. Die Raumtemperatur lag bei 20° C.

Aorus Liquid Cooler 240

  • Idle 34,9° C
  • Last 64,6° C

Dark Rock Pro 4

  • Idle 37,3° C
  • Last 66,2° C

Der Aorus Liquid Cooler 240 schneidet also ein paar Grad besser ab als der Dark Rock Pro 4, wobei ich dazusagen muss, dass der DRP4 über PWM gesteuert wurde und ich für den Aorus Liquid Cooler eine Custom Lüfterkurve, die eher geringe Lautstärke getrimmt ist, erstellt habe. Daher sind die Ergebnisse eventuell nur bedingt vergleichbar. Mit Lüfter auf Max ließen sich noch 3 Grad unter Last herausholen, dann waren die Lüfter aber extrem laut. Beim Dark Rock Pro 4 habe ich keine weiteren Werte mit anderen Lüftereinstellungen gemessen, in der PWM Einstellung liefen die Lüfter mit ca. 800RPM.

Ansonsten ist mir aufgefallen, dass beim Zocken auch andere Komponenten wie Grafikkarte und Chipsatz ein paar Grad kälter bleiben als mit dem Dark Rock. Die Wärme der CPU wird direkt abgeführt und dadurch, dass kein riesiger Kühlblock direkt über der GraKa sitzt, ist der Airflow besser, wodurch die anderen Komponenten kühler bleiben.

Lautstärke

Die Pumpe der AiO ist kaum hörbar, bei den Lüftern sieht das anders aus. Ab 1300 RPM sind diese bereits gut wahrnehmbar, in der Standardeinstellung ‑Balanced laufen die Lüfter bei einer CPU Temperatur von 40° C mit 1750 RPM, was ich schon als störend bezeichnen würde. Habe mir daher eine Customkurve mit relativ niedriger Lüfterdrehzahl erstellt.

Spaßeshalber habe ich die Geräuschkulisse mal auf dem Smartphone mit der App ‑Schallmessung gemessen und bin auf die folgenden Werte gekommen, die vermutlich aber alles andere als genau sind.

Aorus Liquid Cooler 240Bild 2 AiO WaKü

  • Idle 31dB (Custom)
  • Last 36dB (Custom) / 48dB (Max)

Dark Rock Pro 4

  • Idle 26dB
  • Last 31dB

Optik

Am auffälligsten ist natürlich das Display der AiO, auf welchem sich diverse Informationen über die CPU oder auch eigene Texte und sogar Bilder anzeigen lassen. Ein absoluter Blickfang und das Innere des Rechners wird damit aus meiner Sicht deutlich aufgewertet.

Der Radiator ist in einem schicken mattschwarz mit silbernem Aorus Schriftzug und fügt sich gut in mein Gehäuse ein. Die Lüfter haben einen schwarzen Rahmen und milchig durchsichtige Lüfterblätter. Die Beleuchtung der Lüfter gefällt mir sehr gut und lässt sich umfangreich einstellen, da ich bisher noch keine RGB Lüfter genutzt habe, habe ich hier aber keine Vergleichsmöglichkeit.

Software

Für die volle Funktionsfähigkeit benötigt man zwei Programme, Aorus Engine für die Steuerung der Lüfter- und Pumpendrehzahl und RGB Fusion für die Steuerung der LED Beleuchtung. Das Display wird über beide Programme eingestellt. Mir unbegreiflich warum man das Ganze nicht in einem Programm zusammenfasst, immerhin gibts beim Starten von ‑Aorus Engine einen Hinweis, das RGB Fusion noch installiert werden muss und man kann den Download direkt aus dem Programm starten.

Aorus Engine läuft leider mehr schlecht als recht. Das ganze Programm wirkt sehr träge, der Programmstart dauert lange und während meiner dreitägigen Testphase hatte ich vier oder fünf Mal die Meldung ‑Aorus Engine reagiert nicht mehrund konnte das Programm danach nur mit einem Rechnerneustart wieder zum Laufen bekommen.

Wenn es dann mal läuft wie es soll, lassen sich im Programm die Drehzahl von Lüfter und Pumpe einstellen. Hier gibt es diverse Voreinstellungen (Default, Zero RPM, Quiet, Balanced, Performance & Max für die Lüfter und Quiet, Balanced & Max für die Pumpe). Zusätzlich natürlich noch Custom Einstellungen, in der man eigene Kurven festlegen kann. Dies würde ich, zumindest für die Lüfter, auch auf jeden Fall empfehlen, da die Presets aus meiner Sicht alle zu laut sind. Ansonsten lassen sich in der Aorus Engine noch die Informationen auswählen, die das Display anzeigen soll.

Die Software RGB Fusion wird benötigt, um die LEDs der Lüfter zu steuern und um die Einstellung des Displays vorzunehmen. Also ob dort CPU Informationen, Aorus Logo in diversen Variationen, ein eigener Text oder ein eigenes Bild angezeigt werden soll. Die Detaileinstellungen erfolgen dann, wie bereits weiter oben geschrieben, wiederrum in der Aorus Engine.

Aorus Engine sollte im Hintergrund aktiv bleiben, damit sich der Inhalt des Displays aktualisiert. Es verursacht dabei laut Taskmanager zwischen 0,1% und 0,3% CPU-Last und belegt um die 5 MB RAM, also kaum nennenswert.

RGBFusion kann im Grunde nach dem Festlegen der gewünschten RGB Einstellungen geschlossen werden, wenn es im Hintergrund aktiv bleibt, verursacht es 0% CPU-Last und belegt etwas über 100MB RAM.

Da mein Board von Asus stammt, habe ich auch Asus Armoury Crate zur LED Steuerung auf dem Rechner installiert, hier gab es keine Probleme, wenn meine Programme zeitgleich laufen. Mit der Beleuchtung vom Board synchronisieren ließen sich die Lüfter aber nicht.

Fazit

Die AiO ist durch das Display und die beiden RGB Lüfter ein absoluter Hingucker und sieht einfach super aus. Die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen und der Einbau ging erstaunlich einfach von der Hand. Auch wenn das Display im normalen Alltag aus meiner Sicht wenig Nutzen hat und demnach eher eine Spielerei ist, wertet es das Innere des Rechners auf jeden Fall auf.

Die Kühlleistung ist, wie erwartet, etwas besser als beim Dark Rock Pro 4, dabei aber auch hörbarer. Beim Gaming wird die Lautstärke der AiO in meinem Fall so oder so durch die Grafikkarte übertönt, daher ist das für mich kein Problem. Silent Fetischisten sollten zu einem potenten Luftkühler greifen.

Größter Kritikpunkt ist die Software, zur vollen Kontrolle werden zwei verschiedene Programme benötigt, welche bei mir nicht besonders stabil laufen. Ich hoffe, dass es hier zeitnah ein Update von Gigabyte gibt.

Mit einem Preis von derzeit 170€ gehört der Aorus Liquid Cooler 240 definitiv zur Oberklasse, wem die Optik das wichtigste Kriterium ist oder wer ein Display im Gehäuse möchte, der sollte zugreifen.

Alle anderen greifen vielleicht eher zu einer deutlich günstigeren AiO ohne Display oder zu einem Luftkühler.

 

Was sagt Ihr zu AiO-Wasserkühlungen? Empfindet Ihr sie als gute Lösung, oder muss es für euch eine Custom Wasserkühlung sein? Lasst es uns gern im Forum wissen.

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