Um sich auf die Digitale Revolution einzustellen, plant das Land, bis 2025 eine eigene Open-Source Software zu entwickeln und zu implementieren.  Dabei sollen sämtliche IT-Systeme der Landesverwaltung auf Open-Source-Software umgestellt werden.

Schleswig-Holstein wagt einen mutigen Schritt in die Zukunft. Schon 2018 wurde ein erster Antrag gestellt, der jetzt endlich verwirklicht werden soll. Dieses ambitionierte Projekt wurde am 20. Juni 2020 in Form eines 17-Seitigen Berichtes genauer vorgestellt. Als Gründe für die Entscheidung gibt die Fraktion aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP an, dass Sie sich politisch unabhängig von einzelnen Herstellern machen wollen. Datenschutz ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Die Landesregierung drängt in dem Bericht, stärker in überprüfbare Hard- und Software zu investieren und diese zu fördern.

Im offiziellen Bericht geht es im Backend vor allem um Microsoft und wie es möglich wäre, die Dienste des Software Giganten zu ersetzen. Mit Open Source Software möchte sich die Regierung komplett von solchen Marktmächten lösen. Dabei wird für die Betriebssysteme im Moment auf bestehende Linux-Systeme wie den Ubuntu Server in Betracht gezogen. Die genaue Umsetzung ist noch nicht zu 100 % klar. Im Frontend soll vor allem bislang essenzielle Microsoft-Software ersetzt werden. Microsoft Edge soll z.B. durch Mozilla Firefox und der Windows Media Player durch den VLC Media Player ersetzt werden.

Fractal_Design_Define_7
Ob Schleswig-Holstein diese Transformation in fünf Jahren vollziehen kann, ist noch unklar. Bis zum dritten Quartal 2021 muss die Landesregierung einen funktionierenden Lizenzplan aufweisen können. Denn zu diesem Datum müsste die Landesregierung Ihre Microsoft Lizenzen verlängern. Damit würde sich Schleswig-Holstein unabhängig vom Einfluss US-amerikanischer Großkonzerne machen. Eine Entwicklung, die wahrscheinlich durch die Corona-Krise beschleunigt wurde. Denn wir haben in den letzten Monaten gesehen, wie negativ sich die Abhängigkeit von anderen Ländern auswirken kann. Wir fragen uns, wie das Bundesland es hinbekommt, die enormen Datenmengen sicher und ohne Probleme auf das neue System zu übertragen. Da die aktuelle Landesregierung aber noch über ein Jahr Zeit hat, um konkrete Ansätze zu bringen und umzusetzen, ist vieles noch unklar. Schleswig-Holstein arbeitet eigenen Angaben zufolge auch mit Vertretern auf Bundesebene zusammen. Eventuell könnte dies ein Pilotprojekt für eine digitale Umstellung der gesamten deutschen Regierung sein. Wir werden diese Entwicklungen auf jeden Fall mit Interesse verfolgen.

Share