Über die Hälfte der Frauen, die für Rocksteady arbeiten, unterschrieben einen Brief, der das Studio beschuldigt zu wenig gegen sexuelle Belästigung zu unternehmen. Eine Mitarbeiterin hat sich nun anonym an The Guardian gerichtet.

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Rocksteady gehört zu Warner Bros Interactive, sitzt in London und ist einer der erfolgreichsten britischen Entwickler. In den letzten Jahren wurde das Unternehmen vor allem für seine Batman:Arkham-Serie bekannt. Im Moment arbeitet der Spieleentwickler an einem Suicide-Squad-Titel, mit demselben Spielprinzip. Die Vorwürfe zeigen ein neues Bild vom sonst beliebten Studio. In ihrem neuen Statement für The Guardian kommentierte die anonyme Mitarbeiterin, dass 97 – 99 Prozent der Leute, die bei Rocksteady arbeiten, nette und „unglaubliche Menschen“ sind, die es nicht verdient haben, mit so etwas in Verbindung gebracht zu werden. Die Beschwerden beziehen sich auf wenige Angestellte und die Reaktion des Unternehmens. Wir bitten Euch, es zu unterlassen, negative Kommentare jeglicher Art über und an Mitarbeiter von Rocksteady zu richten.

Der oben genannte Brief wurde schon im November 2018 an die Chefetage von Rocksteady gerichtet. 10 der 16 weiblichen Mitarbeiter haben ihn unterschrieben und auf das Fehlverhalten hingewiesen. Die Hauptvorwürfe waren negative Aussagen über die Transgender-Community, abfällige oder sexuelle Diskussionen über weibliche Mitarbeiter im Kollegenkreis und sexuelle Belästigung in Form von unerwünschten Annäherungsversuchen, Gaffen und unpassenden Kommentaren. Auch die allgemeine Unternehmenskultur sei sehr männlich geprägt. Die Mitarbeiterin beschwerte sich über die Darstellung der weiblichen Figuren von Poison Ivy und Harley Quinn.

Damals hatte das Unternehmen versprochen, dagegen vorzugehen. Dieses Vorgehen war aber ein einziges Ein-Stunden-Seminar. Im Anschluss mussten die Mitarbeiter unterschreiben, dass sie anwesend waren. Die anonyme Frau kommentierte, dass dies lediglich ein Versuch sei, „die eigenen Ärsche abzusichern“. Nach 1 ½ Jahren, in denen wenig passiert ist, wurde die Geschichte nun publik gemacht. Die anonyme Quelle kommentierte, dass es so lange dauerte, weil die Mitarbeiterinnen Angst hatten, nicht für den neuen Suicide Squad Titel kreditiert zu werden.

Wir hoffen, dass Rocksteady nun reagiert und sich etwas verändert. Was haltet Ihr von der ganzen Sache?

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