Erst vor einem Monat gab es die gute Nachricht, dass ein Mittel gegen die exorbitante Speicherauslastung im Browser gefunden wurde. So soll Chromiums Segmentheap-API den Arbeitsspeicherverbrauch enorm senken. Sie belastet aber neuen Erkenntnissen zufolge die CPU und wird nun leider wieder abgestellt.

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Wie zehn Tabs dazu führen können, dass ein PC an seine Grenzen kommt, ist für viele unverständlich. Der hohe RAM-Verbrauch bei Chrome war so ein großes Problem, dass es ein eigenes Genre an Memes heraufbeschworen hat. Mit einem größeren Update und einer Implementierung von Segmentheap wollten die Entwickler hinter Chromium und Microsoft dieses Problem angehen. Und das funktionierte soweit auch ganz gut. Der Speicherverbrauch von Edge konnte bis zu 27 Prozent gesenkt werden. Vor allem Nutzer von älteren Systemen mit weniger RAM haben schnell Verbesserungen bemerkt. Alles dank der Browser-Engine Chromium. Auf dieser basieren Microsoft Edge und Google Chrome gleichermaßen.

Nun aber hat ein Intel®-Ingenieur festgestellt, dass die Browser statt des Arbeitsspeichers die CPU stärker belasten. Und das so sehr, dass es untragbar wäre, und die Änderungen zurückgefahren werden müssen. Die API würde bei einem Intel®-Core-i9-9900K-Prozessor zu einem Geschwindigkeitsverlust von zehn Prozent und einem gestiegenen Energieverbrauch von 13 Prozent führen.

Die Chromium-Entwickler geben aber nicht auf. Sie wollen ihre Segmentheap-API weiter ausbauen und schauen, ob eine Verbesserung möglich ist. Dass Rechenkapazität nicht einfach so eingespart werden kann, sondern sich auf andere Hardwarekomponenten ausbreitet, ist nachvollziehbar – der CPU-Verlust in aufgezeigtem Umfang ist aber eindeutig zu hoch. Leider heißt das, dass die Browser bald wieder zu wahren RAM-Vernichtern werden. Mit Chrome 85 wird Segmentheap gar nicht mehr Bestandteil von Chrome sein.

Was haltet Ihr von der ganzen Geschichte und habt Ihr Probleme mit Euren CPUs bemerkt?

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