Dieses Jahr scheinen die schlechten Nachrichten für Intel® einfach nicht abzureißen. Nach der Ankündigung letzte Woche, dass die 7nm-CPU-Generation ein Jahr später rauskommen wird, musste nun Murthy Renduchintala gehen.

Renduchintala arbeitet seit 2015 als rechte Hand von CEO Bob Swan und ist Aufseher der Fertigung. Unter ihm hatte Intel® den ambitionierten Langzeitplan aufgestellt, 10nm, 7nm und 5nm CPUs innerhalb der nächsten Jahre rauszubringen. Die 10nm-Chips laufen langsam an, aber mit der 7nm-Generation gibt es nun Probleme. Die 7nm-CPUs sollten eigentlich 2021 auf den Markt kommen, neuen Schätzungen zufolge sollen sie nun doch erst 2022/23 erscheinen. Der verspätete Release wird mit Herstellungsproblemen begründet.

MF
Der Verlust von Renduchintala hat in der Chefetage von Intel® viele Veränderungen hervorgebracht. Zudem geht Mike Mayberry, der Chief Technology Officer, Ende des Jahres in den Ruhestand. Damit kommt viel frische Luft in das Unternehmen, denn andere Positionen in der Chefetage rutschen nach, um die offenen Stellen ganz oben zu füllen. Jedoch kann mit einer kleinen Periode der Einarbeitung gerechnet werden. Ob sich dieser Schritt lohnt, wird man wahrscheinlich erst in ein paar Jahren beurteilen können. Die Verspätung ist nur eine von vielen schlechten Nachrichten für Intel® im Jahr 2020. Die Frustration über die eigene Produktion ist so groß, dass Intel® sogar überlegt, eigene Designs von Drittanbietern fertigen zu lassen.

Was die Sache für das Unternehmen noch frustrierender macht, ist, dass beim Hauptkonkurrenten AMD gerade alles richtig zu laufen scheint. AMD hatte in derselben Woche bestätigt, dass die neue Zen3-Architektur wie geplant noch dieses Jahr erscheint, und anderen wichtigen Intel®-Produkten eigene Alternativen gegenübergestellt. Nach dem Verlust von Apple als Stammkunden und anderen negativen Entwicklungen war Renduchintala wohl eher ein Sündenbock.

Share