Origin ist bei den meisten Gamern verrufen. Schlechte Server, eine aggressive Exklusiv- und grauenhafte Spielepolitik brachten EA als Entwickler der Internet-Vertriebsplattform 2018 den Titel des schlechtesten Unternehmens der USA ein. Nun ist EA dagegen vorgegangen, indem sie den Launcher umbenannt haben und versprechen, besser zu werden.

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Neben der Namensänderung zu EA Desktop App will EA auch den Launcher polieren. Das UI und die Bibliothek sollen optimiert und die Downloadgeschwindigkeit erhöht werden. Eine der interessantesten Änderungen ist die Ansage, dass es möglich sein wird, ausgewählte Titel zehn Stunden vor dem Release anzuspielen und sich danach zu entscheiden, ob man sie kauft. Das klingt zu gut für EA und wir müssen sehen, wie das noch implementiert wird. EA Play ist die neue Bezeichnung für das EA-Abo und enthält unbegrenzten Zugriff auf neue Titel, exklusive Spielinhalte und Deluxe Editions. Auch die Exklusiv-Politik hört langsam auf. Nachdem EA sehr erfolgreich Spiele auf Steam herausgebracht hat, will das Unternehmen sie nun auch im Epic Store anbieten. Eine positive Entwicklung, wobei es hier Probleme mit dem Cross-Play geben könnte.

Das klingt schon mal gut, dürfe die Image-Probleme aber nicht beseitigen. Denn sie gehen viel tiefer. EA ist nicht wegen des Launchers verhasst: Er ist lediglich das i-Tüpfelchen. Wenn EA seinen Ruf verbessern will, muss das Unternehmen mit der grauenhaften Anti-Konsumenten-Politik aufhören. Die jährlichen Sport-Games, die identisch sind, die ausbeuterische DLC Politik, die Tendenz, Studios aufzukaufen und kaputtzumachen, die unspielbaren Releases und der Umgang mit den Mitarbeitern müssen einfach besser werden. Der Schritt, den Launcher zu verbessern, scheint ein PR-Stunt zu sein, der von den tieferliegenden Problemen ablenken soll und dabei wenig kostet. EA hat uns leider schon so oft enttäuscht, dass wir nicht bereit sind, dem Publisher einen Vertrauensvorschuss zu geben. Den muss sich das Unternehmen erst einmal zurückverdienen. Was denkt Ihr?

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