Ask the Gamer

Heutzutage scheint es nicht mehr zu genügen, einfach nur ein Spiel zu verkaufen. Neben DLC-Inhalten gehören auch Mikrotransaktionen zur Monetarisierung vieler Games und sind mittlerweile fest in der Spielebranche verankert. In-Game-Käufe sorgen – trotz ihres schlechten Rufs – für Millionenumsätze. Wir werfen einen Blick auf die Licht- und Schattenseiten der Mikrotransaktionen.

Mikrotransaktionen – was ist das eigentlich?

Bevor wir die positiven und negativen Aspekte der Mikrotransaktionen beleuchten, wollen wir zunächst klären, worum es sich dabei eigentlich handelt. Ähnlich wie bei DLCs und Erweiterungen erwerben Gamerinnen und Gamer mit Mikrotransaktionen zusätzliche Spielinhalte. Dazu zählen beispielsweise kosmetische Gegenstände, Booster, die Euch für eine gewisse Zeit einen Vorteil verschaffen, sowie die allseits bekannten Lootboxen. Oder Ihr bezahlt, um schneller voranzuschreiten. Je nach Spiel gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die nicht immer auf Begeisterung stoßen.

Teilweise fragwürdige Methoden

Dass Mikrotransaktionen so umstritten sind, kommt nicht von ungefähr. In der Gaming-Welt hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert – leider nicht immer zum Besseren. Während In-Game-Käufe bei Free-to-play-Spielen und MMOs schon länger dazu gehören, schleicht sich das System gehäuft auch in AAA-Games ein. Kein Wunder, dass sich Spielerinnen und Spieler an der Stelle beschweren. Schließlich werden für die meisten Titel ohnehin 60 bis 70 € fällig und dann stehen einem nicht mal alle Inhalte zur Verfügung. Stattdessen werden sie über In-Game-Käufe ausgelagert und das Spiel fühlt sich unvollständig an.

Noch schlimmer geht es im Bereich Mobile Gaming zu. Publisher greifen hier auf besonders dreiste Methoden zurück. Dahinter steht eine regelrechte Wissenschaft, deren Ziel es ist, den Spielerinnen und Spielern möglichst viel Geld aus der Tasche zu locken. Auch Games aus dem asiatischen Raum sind bekannt dafür, zahlreiche Gegenstände hinter Mikrotransaktionen zu verstecken – hierzulande hört da bei vielen der Spaß bereits auf. Pay-to-win nennt sich dieses Modell, bei dem sich Spielerinnen und Spieler einen erheblichen Vorteil erkaufen können. Andere investieren unzählige Spielstunden, haben aber letztendlich keine Chance gegen die viel stärkeren Items aus dem In-Game-Shop. Am Ende gewinnt der, der am meisten zahlt. Das raubt einerseits den Spielspaß und animiert andererseits dazu, immer mehr Geld in Mikrotransaktionen zu stecken.

Ein ähnliches Prinzip wird bei Lootboxen ausgenutzt. Sie enthalten eine bestimmte Sammlung an Gegenständen. Beim Öffnen des virtuellen Behälters bekommt die Spielerin oder der Spieler ein zufälliges Item je besser die Beute, desto geringer die Chance. Eine Garantie, das gewünschte Item zu erhalten, gibt es nicht. So können wir unzählige Euros in die Mikrotransaktionen stecken, was letztlich in keinem Verhältnis zu den Belohnungen steht. Aufgrund des hohen Suchtpotenzials wurde selbst die Politik auf diese glückspielähnlichen Mechaniken aufmerksam. Vor allem Minderjährige sollen geschützt werden, da ihnen die Konsequenzen oft nicht bewusst sind.

Vorteile in erster Linie für Publisher

Das Ziel der Mikrotransaktionen ist klar: Publisher wollen mit ihren Spielen möglichst viel Geld erwirtschaften. Im Jahr 2020 haben In-Game-Käufe in Deutschland fast dreimal mehr Umsatz eingefahren als Videospielverkäufe. Die Taktik geht also zweifellos auf. Eine Sache sollten wir aber beachten: Spiele werden schöner, größer und realistischer. Die Entwicklungskosten steigen aber am Preis der AAA-Titel hat sich im Gegensatz nur wenig getan. Mikrotransaktionen helfen dabei, die riesigen Projekte und Live-Spiele zu finanzieren. Ohne sie geht es in vielen Fällen schlichtweg nicht. Alternativ müssen wir mit noch höheren Kaufpreisen rechnen und gänzlich auf Free-to-play-Games verzichten. Spielerinnen und Spieler profitieren also zumindest indirekt von den In-Game-Käufen.

Ob Mikrotransaktionen vertretbar sind oder ein Spiel zerstören, hängt letztlich immer von der Implementierung ab. Kosmetische Gegenstände stellen in der Regel kein Problem dar – die können wir getrost ignorieren, wenn wir kein weiteres Geld bezahlen wollen. Fühlt sich das Spiel allerdings unvollständig an oder geht es im Game nur noch darum, wer am meisten investiert, bleibt der Spielspaß auf der Strecke.

Wie steht Ihr zu dem Thema? Seid Ihr absolut gegen In-Game-Käufe oder gebt Ihr selbst regelmäßig Geld dafür aus? Welche Methoden haltet Ihr für akzeptabel und wo zieht Ihr die Grenze? Teilt Eure Meinung mit uns auf Facebook!

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