Ask the Gamer

Bereits 1993 erblickte Day of the Tentacle das Licht der Welt. Damals war es das erste Lucas-Arts-Adventure mit Sprachausgabe. Das kultige 2D-Point-and-Click-Abenteuer entführt Euch in ein ulkiges Zeitreise-Experiment, in dem Eure Aufgabe in nichts anderem besteht, als die Welt zu retten. Mit schrägen Charakteren und teilweise noch kurioseren Aktionen begebt Ihr Euch auf die Spuren des wild gewordenen sowie mutierten Purpur-Tentakel, der danach trachtet, die Menschheit zu unterjochen!

Alles beginnt mit dem leicht tyrannischen Dr. Fred Edison – Old-School-Adventure-Enthusiasten kennen den verrückten Wissenschaftler schon aus dem Vorgänger Maniac Mansion. Fred züchtete sich zwei Tentakel, ungefähr kindsgroß, als Haustiere: Purpur-Tentakel und Grün-Tentakel. Ja, der Name ist Programm! Leider büxt Purpur aus und schlürft etwas von den giftigen Abwässern von Dr. Freds Labor. Daraufhin mutiert der Tentakel, er bekommt kleine Ärmchen, einen bösen Blick und möchte fortan die Weltherrschaft übernehmen. Ganz normales Haustier-Verhalten, oder? Als Dr. Fred die Veränderung bemerkt, sperrt er beide Kreaturen ein, woraufhin Grün-Tentakel seine Freunde um Hilfe bittet.

Hier kommen wir ins Spiel. Wir übernehmen gleich drei Charaktere: Den Physik-Nerd Bernard, den Heavy-Metal-Roadie Hoagie und Laverne, die Medizinstudentin. Leider befreien wir nicht nur unseren grünen Kumpel, sondern auch den bösen Lilafarbenen. Purpur entkommt und die Geschichte nimmt seinen Lauf. Durch eine ulkige Zeitmaschine, die Dr. Fred aus einer alten Autokarosserie und drei Toiletten gebaut hat – dem Chron-O-John – machen wir uns auf den Weg, den wild gewordenen Tentakel einzufangen.

Doch natürlich läuft nichts so wie geplant und unsere drei Helden landen in jeweils völlig anderen Zeiten: Hoagie platzt in der Vergangenheit direkt in den Entwurf der amerikanischen Verfassung, Laverne schlittert 200 Jahre in die Zukunft und erlebt, wie die Menschheit von Purpur unterjocht wird. Bernard hingegen bleibt in der Gegenwart. Von nun an können wir frei zwischen den Rollen wechseln und müssen herausfinden, wie wir das Dilemma lösen. Zahlreiche temporale Paradoxa, verrückte Aufgaben und grandios gute Rätsel sind dabei inklusive. Der Clou: Möchten wir Gegenstände zwischen Hoagie, Laverne und Bernard tauschen, spülen wir sie selbstverständlich im Klo runter.

Die Grafik: Original oder Remake?

Wer sich die kultige Retro-Pixelgrafik nicht antun möchte, kann auf das Remake von 2016 zurückgreifen. Double Fine Productions – ein US-amerikanisches Entwicklerstudio – holte sich von Lucas Arts die Erlaubnis, Day of the Tentacle überarbeiten zu dürfen. Das Besondere: Dabei passten sie tatsächlich nur die Grafik aufwendig an, beließen das restliche Spiel jedoch im Originalzustand. Zum Glück! Schließlich hat das Point-and-Click-Adventure selbst nach so vielen Jahren nichts von seinem Charme verloren und lässt sich nach wie vor hervorragend zocken. Doch auch die Originalgrafik hat es in die neue Version geschafft, wodurch Ihr beim Spielen stetig hin und her wechseln könnt, um Euch die alten Screens zu Gemüte zu führen. Beim Interface habt Ihr ebenfalls die Qual der Wahl: Entscheidet Ihr Euch für die alten Icons unten am Bildschirmrand und bildet Befehle wie Nimm Plastikkotze oder Benutze Hamster mit Mikrowelle oder entscheidet Ihr Euch für das modernere Ringmenü?

 

Dieses Video ist im erweiterten Datenschutzmodus von YouTube eingebunden, d.h., dass keine Daten über Sie als Nutzer an YouTube übertragen werden, wenn Sie das Video nicht abspielen. Mit Betätigen des Buttons „Accept YouTube Content“ erklären Sie sich einverstanden, dass YouTube Cookies setzt und Ihre Daten an YouTube übermittelt werden. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit gegenüber Youtube widerrufen. Näheres zur Cookie-Verwendung durch Youtube finden Sie in unserer Datenschutzerklärung 

 

Die Sprachausgabe: Yoo-hoo, Mr. Tentacle Guy!

Spätestens nach ihrem charakteristischen Satz Yoo-hoo, Mr. Tentacle Guy! muss eigentlich jeder der verrückten Laverne verfallen sein. Allgemein verfügt das Game über eine extrem gute Sprachausgabe. Das verdanken wir ebenso Double Fine. Sie haben die originalen Tonspuren neu abgemischt, wodurch sie herrlich zeitgemäß und frisch wirken. Wir möchten Euch unbedingt die englische Fassung ans Herz legen, sie ist überragend. Dank der deutschen Untertitel versteht Ihr trotzdem alles.

Unser Fazit

Day of the Tentacle ist einer der Väter der Adventure-Games. Ihr solltet es nicht nur als Retro-Fans zocken, sondern auch, wenn Ihr auf originelle Rätsel, kuriose Szenen und liebevoll-verrückte Charaktere steht. Noch ein Tipp zum Abschluss: Gefällt Euch Day of the Tentacle, dann müsst Ihr danach einen Blick auf den inoffiziellen Nachfolger werfen: Return of the Tentacle. Das Fan-Projekt hat, unserer Meinung nach, eine würdige Fortsetzung geschaffen.

Kennt Ihr Day of the Tentacle bereits? Wie hat es Euch gefallen? Und welche Retro-Games zählen zu Euren Lieblingen? Schreibt uns auf Facebook!

Share