Ask the Gamer

Immer wieder überraschen PC-Modder und -Modderinnen mit aufwendigen Builds und optisch eindrucksvollen Kreationen. Dabei übertreffen sich die kreativen Köpfe gegenseitig mit ausgeklügelten Techniken und beeindruckenden Designs. Doch was Matt von DIY Perks jüngst geschaffen hat, sucht selbst in dieser Szene seinesgleichen: ein „atmender“ PC.

Als Matt mit der Entwicklung seines experimentellen Blasebalg-Systems beginnt, ahnt er noch nicht, welche Ausmaße das Projekt annehmen wird. Ganz am Anfang steht lediglich die Frage, wie er ohne Ventilatoren eine größere Menge Luft bewegen kann. Doch wozu der ganze Aufwand, wenn es keinen praktischen Nutzen gibt? Damit sein faszinierendes Werk nicht nur eine Kuriosität bleibt, hat er sich dazu entschlossen den „Blasebalg“ als PC-Kühlung einzusetzen.

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Wie kann das funktionieren?

Beim Gedanken an einen Blasebalg findet man sich unweigerlich in einer mittelalterlichen Schmiede wieder. Die Wenigsten würden dabei wohl an eine beinahe mannshohe Konstruktion aus MDF-Platten denken, in der sich eine vertikal eingesetzte Plexiglasscheibe bewegt und so Luft heraus- und hineinpumpt. Doch genau so sieht die Schöpfung des Modders Matt aus.

Horizontal wird die Scheibe von einem Plexiglasrohr durchlaufen, an dem sie – wie an einer Schiene – entlangfährt. Eine ausgeklügelte Anordnung von Magneten in der Scheibe und ein einzelner Magnet im mit Wasser gefüllten Rohr machen dies möglich. Dazu sorgen mehrere Pumpen für den nötigen Wasserdruck, um den Magneten im Plexiglasrohr zu bewegen. Mit ihm bewegt sich die Scheibe und verdrängt somit Luft. So einfach, so genial.

Um die Effizienz zu steigern, hat sich Matt einen weiteren Kniff einfallen lassen. An den Enden der Plexiglasröhre hat er gleich gepolte Magnete montiert. Diese bremsen die Scheibe ab, wodurch der Richtungswechsel besonders elegant abläuft. Auf diese Weise entsteht der Eindruck, dass die Konstruktion – ähnlich einer Lungenmaschine – atmet.

Selbst High-End-Hardware bleibt cool

Um die Tauglichkeit in der Praxis zu testen, hat Matt für seinen Rechner ein weiteres Gehäuse aus MDF-Platten gebaut. Dafür hat er die Konstruktion so angepasst, dass die Luft des Blasebalgs nach oben gepresst wird. Dort hat er den wassergekühlten PC platziert. Damit die Luft ausschließlich von der „Lunge“ in das PC-System hinein- und keine aufgewärmte Luft aus diesem zurückströmt, hat Matt ein Klappensystem integriert. Dieses wirkt wie ein Ventil. Auf diese Weise entweicht die Luft durch einen 360-mm-Radiator nach oben hin – die Kühlung ist perfekt.

Für sein ambitioniertes Projekt setzte Matt auf High-End-Hardware. Das System besteht aus einem AMD Ryzen™ 9 5950X, einer GeForce® RTX™ 3080 und weiteren Komponenten. Allein CPU und Grafikkarte sind für mehr als 450 Watt Leistungsaufnahme verantwortlich. Matt testet die Wärmeentwicklung des 16-Kern-Prozessors mit Prime95, wobei die Temperatur maximal 60 °C erreichte. Der GPU wurde mit Furmark und Superposition eingeheizt, doch auch sie blieb cool und lag im Maximum bei 62 °C.

Projekt am Scheideweg: die geniale Lösung

Unterm Strich ist das neue Kühlkonzept nicht nur beeindruckend, es funktioniert sogar. Matt glaubt, dass sich sein System weiter optimieren lässt, und sicher dürfen wir uns auf Updates freuen. Dabei stand das ganze Projekt kurz vor dem Scheitern. Denn beim Zusammenbau von Blasebalg und PC ging die Plexiglasröhre zu Bruch. Obwohl Matt bei mehreren Herstellern mehr als 40 neue Röhren orderte, passte keine zu dem verwendeten Magneten.

Doch ein Modder wie Matt lässt sich nicht entmutigen. In einem Nickel-Ionen-Bad verschaffte er dem Magneten 0,4 mm zusätzlichen Durchmesser – genug, um in eines der neuen Rohre zu passen. Das Projekt war gerettet.

„Lungen-PC“ zehn Stunden in Aktion

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Begeistert Euch der „atmende“ PC genauso wie uns? Was ist Eure ambitionierteste PC-Modifikation? Teilt uns Eure Meinung gern auf Facebook mit.

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