Ask the Gamer

Die in Kanada sitzende Firma Matrox ist der älteste noch produzierende Hersteller für grafische Zusatzplatinen der Welt. Sie existiert seit 1979 und agierte damit schon vor ATI oder NVIDIA®.

Zu der Zeit wurden Grafikkarten mit integrierten Chips und diskreter Logik gebaut. Das basierte auf der TV-Technologie, welche noch heute bei der 60-Hertz-Synchronisation zu finden ist. Jahrelang war Matrox für seine High-End-2D-Grafikkarten bekannt, die besonders mit Windows hervorragend funktionierten. Später kamen auch herausragende Leistungen im MS-DOS-Bereich hinzu. Matrox zeichnet sich durch die Langlebigkeit seiner Produkte aus. In den Neunzigern bauten die Hersteller diese Eigenschaft aus und brachten die Millennium- und Mystique-Serie auf den Markt.

Die Matrox Millennium – PCI von 1994

Ein Highlight war ihre Millennium-Serie seit 1994. Sie brachte starke 2D-Leistung, schnelle Refreshrates dank externer 220-Megahertz-RAMDAC und eine gute DOS-Performance. Darüber hinaus wies sie standardmäßig 2 Megabyte WRAM auf, welcher sich per Steckmodul auf 4 Megabyte erweitern ließ. Die Kompatibilität des Grafikbios mit VBE 2.0 war ebenfalls bemerkenswert. Die Grafikkarte feierte einen riesigen Erfolg, der die Entwickler überraschte: Sie war bei Gamern beliebt, obwohl diese den Vorgänger für seine trübe VGA-Performanz kritisiert hatten. Doch mit der Millennium kam erstmals 3D-Verarbeitung in die Matrox-Grafikkarten, die leider noch stark limitiert war.

Von 2D zu 3D – die Matrox Mystique PCI

1996 brachte die Firma schließlich die Mystique-Serie auf den Markt. Sie verfügte über erste nennenswerte 3D-Features. Doch waren diese noch nicht voll ausgereift, weshalb ihnen wichtige Aspekte fehlten: unter anderem Mipmapping, Nebel- und Alpha-Transparenz oder bilineare Texturfilter. Darunter litt insbesondere die Darstellung von entfernten Objekten.

Sie kam allerdings auf hohe Geschwindigkeiten. Dank 2 Megabyte SGRAM – der wahlweise mit Steckmodul erweitert werden konnte – erzielte die Karte außerdem hervorragende 2D-Leistungen. Auch unter DOS lief sie gut, doch die Kompatibilität zu alten Spielen blieb teilweise auf der Strecke. Außerdem besaß sie als erster Grafikchip einen integrierten RAMDAC. Er arbeitete mit 170 Megahertz, wodurch er bei einer 1280-Pixel-Auflösung hohe Refreshrates lieferte. Allerdings erreichten die Mystique noch nicht die der Millennium. Erst 1997 erschien der neue 220-Chip für beide Serien, der sie auf vergleichbare Werte brachte.

Habt Ihr schon einmal von diesen alten Grafikkarten gehört? Nutzt Ihr sie vielleicht in Retro-Computern? Verratet es uns auf Facebook!

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