Ask the Gamer

Man schrieb das Jahr 2002 – die im Februar erschienene GeForce®4 Ti 4600 galt für Gamer und Gamerinnen als die High-End-GPU schlechthin. Für den Konkurrenten ATI war es nun höchste Zeit nachzulegen. Mit der Radeon™ 9700 Pro veröffentlichte der Hersteller einen ganz besonderen Grafikchip, den wir Euch in diesem Beitrag vorstellen möchten.

Die frühen 2000er waren für uns eine Ära in der Videospielgeschichte, auf die wir gern zurückblicken. Diablo® II, Warcraft® III und Battlefield 1942 – wer diese, heute als Klassiker geltenden, Spiele in schöner Grafik und mit hohen Bildwiederholraten zocken wollte, der kam damals schon nicht um die neueste Hardware herum.

Heute reisen wir gemeinsam mit Euch in der Zeit zurück und werfen einen Blick auf High-End-Komponenten vergangener Jahre. Dieses Mal in der Zeitkapsel: Die ATI Radeon™ 9700 Pro. Während die Vorgänger der Grafikkarte noch auf einem älteren Design basierten, entwickelte ATI für die Radeon™ 9700 einen komplett neuen Chip. Dieser unterstützte als erster DirectX® 9 und ermöglichte damit die Umsetzung vieler weiterer Grafikeffekte. Allgemein sorgte die Radeon™ 9700 Pro mit ihrem Datenblatt für Staunen – und das musste sie auch, denn die Konkurrenz war groß. Als Nonplusultra galt zu diesem Zeitpunkt noch die starke GeForce®4 Ti 4600, die die Messlatte für die neue Grafikkarte von ATI hoch ansetzte.

Der GeForce®4-Ti-4600-Killer

Betrachtete man zunächst die reinen Zahlen, konnte der Radeon™ 9700 Pro niemand etwas vormachen. 107 Millionen Transistoren, acht Rendering-Pipelines, vier Vertexshader und ein beachtlicher Chiptakt von 325 MHz – die Voraussetzungen, um sich an die Spitze der Benchmarks zu setzen, waren gegeben. Vergleicht man die Werte mit der GeForce®4 Ti 4600, hatte ATI klar die Nase vorn. Den Flaschenhals bildete damals oft der Speicherdurchsatz, der für die detaillierte Darstellung realistischer Landschaften und Animationen erforderlich war. Durch die Verdopplung des Speicherbus von 128 auf 256 Bit erhöhte sich die Speicherbandbreite auf enorme 19,2 Gigabyte pro Sekunde. Zur Veranschaulichung: Die GeForce®4 Ti 4600 war mit gerade einmal 10,4 Gigabyte pro Sekunde weit abgeschlagen.

Wie sich herausstellte, gelang es ATI den Spitzenreiter auch in der Praxis zu überbieten. In sämtlichen Tests setzte sich die Radeon™ 9700 Pro durch und konnte im Vergleich zur GeForce®4 Ti 4600 eine beachtliche Leistungssteigerung verbuchen. Mit 215 FPS in Quake 3 deckte die Grafikkarte von ATI die Ansprüche jedes Profi-Gamers mehr als ab. Ihre Stärken spielte die GPU vor allem bei detaillierten Auflösungen mit aktivierter Kantenglättung und anisotroper Texturfilterung aus.

Überragend – aber nur mit passender CPU

Wer das volle Leistungspotenzial der Grafikkarte auskosten wollte, der durfte an den restlichen Komponenten keineswegs sparen. Mehr als jede andere GPU profitierte die Radeon™ 9700 Pro nämlich von einem leistungsstarken Prozessor. Mit heutigen Modellen sind die damaligen CPUs kaum vergleichbar, denn sie mussten mit nur einem Kern auskommen. Zum Release der ATI-GPU lag der Takt der Spitzenmodelle immerhin bei 2,8 GHz. Wie Ihr in diesem Test nachlesen könnt, war so ein Prozessor auch nötig, um die gesamte Performance der Grafikkarte auszuschöpfen.

Zum einen spielte die CPU-Leistung bei damaligen Auflösungen von 1.024 x 768 Pixeln noch eine größere Rolle als heute, zum anderen war dieses Verhalten der rasanten Bearbeitungsgeschwindigkeit der Radeon™ 9700 Pro geschuldet, die dem Prozessor deutlich mehr abverlangte. Zusätzlich zu den 460 Euro für die ATI Radeon™ 9700 Pro mussten Gamer und Gamerinnen deshalb weitere 749 Euro für einen Pentium® 4 2.8 hinblättern, um nicht durch die CPU ausgebremst zu werden.

Habt Ihr vor 20 Jahren schon gezockt? Ob Hardware, Spiele oder lustige Geschichten von LAN-Partys – was ist Euch im Gedächtnis geblieben? Teilt Eure liebsten Erinnerungen gern mit uns auf Facebook!

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