Die Debatte über die perfekte Länge von Videospielen ist in der Gaming-Community nichts Neues. Bereits seit Jahren gibt es einen regen Diskurs zwischen Verfechtern der knappen Kunst und den Liebhabern epischer Monumentalwerke. Angesichts steigender Entwicklungskosten – die sich vor allem für Konsolenspieler und -spielerinnen im angehobenen Vollpreis bemerkbar machen –, dürfen Fans durchaus etwas für Ihr Geld erwarten. Ob es eine gute Idee ist, diese Erwartungen an die Quantität eines Spiels zu koppeln, ist und bleibt eine kontrovers diskutierte Frage.

Vor allem rund um den Release von Resident Evil Village – den achten Teil der beliebten Survival-Horror-Serie – kochte die Diskussion erneut hoch. Das Spiel kostete zum Release fast 70 Euro und das bei einer geschätzten Spielzeit von gerade einmal 12 Stunden. Zwar bietet das Werk von Entwickler und Publisher Capcom eine atmosphärische Spielwelt mit interessanten Charakteren und einer atemberaubenden Grafik, jedoch begann ob der kurzen Spielzeit schnell die Nörgelei.

Dabei verrät ein Blick auf die Plattform metacritic, dass der nicht allzu umfangreiche Content von Resident Evil 8 keinen allzu großen negativen Einfluss auf das Spielerlebnis gehabt haben dürfte. Die überwiegend positiven Reviews von Kritikern und Usern zeichnen ein deutliches Bild: Trotz anhaltender Kritik an der Kürze des Games, erfreut sich Resident Evil Village großer Beliebtheit. Das kann auch am hohen Wiederspielwert liegen.

Genau hier stellt sich nämlich die entscheidende Frage: Kommt es wirklich darauf an, wie lange Du vor dem Bildschirm sitzt, damit ein Spiel für Dich gut ist oder einen bestimmten Preis rechtfertigt?

Wir sagen Nein! Ein Spiel muss Dich in erster Linie in seinen Bann ziehen, faszinieren, in Vorfreude versetzen, in Erinnerungen schwelgen lassen oder einfach nur kurzweilig unterhalten. Wie lang Geschichte und Spielwelt fesseln, wie gut ein Spielprinzip das Ganze trägt und wie hoch der Wiederspielwert ist, hängt in hohem Maße von Deinen persönlichen Vorlieben ab. Deshalb muss letztlich jeder und jede diese Frage für sich selbst beantworten.

Doch auch die Entwickler und Publisher sind in der Verantwortung: Eine klare Kommunikation, transparente Preispolitik und ein wirklich fertiges Spiel zum Release sind die besten Waffen gegen einen Shitstorm. Denn nur so können wir Gamerinnen und Gamer eine fundierte Kaufentscheidung treffen und werden nicht von falschen Versprechungen und übersteigerten Erwartungen enttäuscht. Dann ist es auch gar nicht mehr so wichtig, ob und wie lang oder kurz ein Videospiel ist.

Welcher Titel hat Euch aufgrund seines geringen Umfangs besonders enttäuscht? In welches Game habt Ihr die meisten Stunden investiert? Was ist das beste kurze Spiel? Teilt uns Eure Meinung gern auf Facebook mit.

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