Ask the Gamer

Seitdem AMD die RDNA-Architektur erstmals in Form der Radeon™ RX 5700 im Jahr 2019 vorgestellt hat, baut das Unternehmen schrittweise immer mehr Druck auf die Konkurrenz auf. Während die 5000er-Serie leistungstechnisch in der Mittelklasse zu verorten war, gelang der Sprung in den High-End-Bereich bereits mit den Nachfolgern.

Das Flaggschiff der RDNA-2-Technologie, die Radeon™ RX 6900 XT, bringt die RTX™ 3090 von NVIDIA® ordentlich in Bedrängnis. Zwar weist die GPU von Team Grün auf dem Papier ein Hauch mehr Performance auf, doch in den Spielebenchmarks liefern sich die beiden Grafikkarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Für die nächste Generation der RDNA-Architektur wird mit einem weiteren großen Schritt gerechnet, mit dem AMD vielleicht zum ersten Mal in der Firmengeschichte den Kontrahenten NVIDIA® ausstechen könnte. Dementsprechend werden News um RDNA 3 von Fachleuten und PC-Enthusiasten immer mit Spannung erwartet.

Seit den letzten Tagen sprudelt die Gerüchteküche und versorgt uns mit erstaunlich konkreten Details. Demnach soll Navi 31 als nächstes Vorzeigemodell mit bis zu 15.360 Shadern und einem 512 MB großen Infinity-Cache aufwarten. Zum Vergleich: Die RX 6900 XT verfügt über 5.120 Shadereinheiten und einen 128-MB-IF-Cache. Die Performance-Steigerung ist zumindest auf den ersten Blick enorm.

Erstaunlich an den Leaks rund um die High-End-GPU mit möglichem Namen Radeon™ RX 7900 XT ist, dass sich die Quellen bezüglich des Aufbaus der RDNA-3-Architektur bemerkenswert einig sind. Sämtliche Gerüchte von den gut informierten Twitter-Usern @kopite7kimi und @greymon55 hat das Forum Beyond3D zusammengefasst.

Massiver Umbau bei RDNA 3

Verantwortlich für die enorme Leistungssteigerung soll laut bisherigen Informationen ein verändertes Design der Architektur sein, das vollständig auf Compute Units verzichtet. Ersetzt werden diese durch größere Workgroup-Prozessoren (WGP), die pro Gruppe mit 256 FP32-ALUs arbeiten. Bei der RDNA-2-Architektur waren es noch 128 FP32-ALUs pro WGP. Navi 31 soll über 2 GCD-Chiplets (Graphic Core Die) in der 5-nm-Fertigung von TSMC verfügen, die jeweils mit 30 WGPs ausgestattet sind. Das sind je GCD 7.680 Shader und insgesamt 15.360. Das Speicherinterface des GDDR6-Speichers wird weiterhin mit 256 Bit gefüttert. Das erscheint im ersten Moment recht wenig, wird aber durch den eigenständigen MCD-Chiplet (Memory Complex Die), der im 6-nm-Verfahren von TSMC gefertigt wird, ausgeglichen. Auf diesem sitzt der 512 MB große Infinity-Cache.

Die zusammengetragenen Specs im Überblick

  • Multi-Chip-Modul-Design mit 3 Dies
  • 2 GCD-Chiplets mit Recheneinheiten und Speicherinterface
  • 1 MCD-Chiplet mit 512 MB Infinity-Cache
  • pro Chiplet 3 Shader Engines mit je 10 WGPs
  • pro WGP 256 FP32-ALUs
  • 680 FP32-ALUs pro GCD für Navi 31 (insgesamt 15.360 Shader)
  • 256-Bit-Speicherinterface mit GDDR6

Ob sich die derzeitigen Gerüchte um Navi 31 bewahrheiten, steht in den Sternen. Sollten sie jedoch zutreffen, muss sich NVIDIA® mit seiner neuen Grafikkarten-Generation und der damit verbundenen Lovelace-Architektur warm anziehen. Denn mit diesen Werten könnte AMD erstmals die Grafikkarten der Konkurrenz vom Thron verdrängen.

Bis es so weit ist, müssen wir uns noch eine ganze Weile gedulden. Nach jetzigem Kenntnisstand ist der Launch der neuen GPU für das 2. Halbjahr 2022 geplant. Genug Zeit, um zu spekulieren und einen Blick auf die Entwicklungen bei NVIDIA® zu werfen.

Was denkt Ihr über die bisherigen Informationen zu Navi 31? Wird AMD wirklich Team Grün den Rang ablaufen oder sind die Einschätzungen von @kopite7kimi und @greymon55 übertrieben? Teilt uns Eure Meinung auf Facebook mit!

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