Der Twitch-Konkurrent und Streaming-Service für Gameplay schließt Mitte Juli endgültig. Mixer wurde für exklusive Deals mit großen Streamern bekannt. Gibt Microsoft auf oder steckt mehr dahinter?

Mixer ist den meisten Leuten letzten August zu Ohren gekommen, als der Streaming-Dienst die beiden Streaming-Stars Ninja und Shroud plötzlich für sich gewann. Die beiden Streamer wechselten nach einem exklusiven Deal zu Mixer. Nach einem Aufruhr online wurde es lange Zeit sehr ruhig um Mixer. Und das in einer Zeit, in der Streaming-Services dank der Ausgangbeschränkungen viel mehr Zuschauer als sonst hatten und noch haben.

Mindfactory
Die folgenden Zahlen beziehen sich lediglich auf das erste Quartal 2020. Mixer kam trotz einer beachtlich großen Anzahl von Streamern, nämlich 17 % des Gesamtmarkts, lediglich auf 2 % der insgesamt gesehenen Stunden. Die Plattform beherbergt viele kleine Streamer, 36 % des gesamten Marktes. Aber diese vielen Streamer teilen sich nur wenige Zuschauer. In totalen Zahlen gesehen wurde auf Twitch in diesen drei Monaten 3,14 Milliarden  Stunden lang geguckt. Auf Mixer waren es lediglich 81,4 Millionen Stunden. Immer noch eine beachtliche Zahl, aber doch 40 Mal weniger als bei Twitch. Facebook lag in diesem Zeitraum bei 553,8 Millionen und YouTube Gaming Live bei 1,07 Milliarden gesehener Stunden.

Was passiert nun mit all diesen kleinen Streamern? Microsoft hat eine Kooperation mit Facebook-Gaming angekündigt, die es den Streamern erlaubt, ohne Probleme auf den anderen Kanal zu wechseln. Wer dies tut, bekommt ein paar Willkommensgeschenke wie z.B. einen Gutscheincode für Xbox Live. Natürlich wird niemand gezwungen, zu Facebook-Gaming zu wechseln. Kleine Streamer können auch Dienste wie Twitch, YouTube oder ähnliche verwenden. Dieser Schritt könnte auch von den momentanen politischen Entwicklungen beeinflusst worden sein, denn vor kurzem gab es bei Mixer einen internen rassistischen Skandal. Wenn dies tatsächlich mit dem Beenden des Streaming-Dienstes in Verbindung steht, wird dieser Skandal wahrscheinlich nur der Anreiz gewesen sein, die unwirtschaftliche Plattform zu schließen.

Das alles sieht stark danach aus, dass Microsoft aufgegeben hat, in diese Branche einzusteigen. Die Kooperation mit Facebook lässt aber auf einen Deal  als Teil eines Strategiewechsels und einer Kooperation mit Facebook-Gaming schließen. Die beiden Konzerne versuchen damit eventuell,  die Vorreiterposition von Twitch zu schwächen. Das Microsoft nach dieser ungefragt großen Investition so schnell wieder aus dem Markt verschwindet, zeigt jedoch, wie sehr Twitch und YouTube die Streaming-Szene dominieren.

Share