Cheater in Spielen sind selten eine feine Sache. Deswegen versuchen sich viele Spieleentwickler und Drittanbieter in Software, die einen unerlaubten Zugriff auf die Titel verhindern sollen. Um das aber zu ermöglichen brauchen Unternehmen selbst vollen Systemzugriff. Und das hat sich Riot Games nun wohl ermöglicht.

MF
„League of Legends“ hat, wie eigentlich jedes größere Multiplayerspiel, schon länger ein Anti-Cheat-Programm, das im Hintergrund läuft. Eine hundertprozentige Lösung ist dies aber bisher nie wirklich gewesen. Aus dem einfachen Grund, dass Cheatsoftware meist auf Systemebene funktioniert. Eine Ebene, die den meisten Spielen nicht wirklich zugänglich ist. Aus einem bestimmten Blickwinkel gesehen, war diese Einschränkung ein kleiner Schutzwall für Cheater oder Skripter. Ein Schutz, der zumindest für „League of Legends“ nun ein wenig bröckelt. Denn der Titel erhält eine neue Anti-Cheat-Lösung, die besonders tief in euer System eingreifen will. Genauer gesagt, will Riot Games auf der Windows-Kernel-Ebene operieren.

Kernel ist dabei als der zentrale Bestandteil von Windows zu verstehen. So essentiell, dass es natürlich für Cheat-Software Sinn macht, auf dieser Ebene zu funktionieren, da man darüber quasi den vollen Zugriff auf die Hardware erhält. Von diesem Punkt aus können Treiber und sämtliche darüber liegende Software bearbeitet und beeinflusst werden, in dem man Daten aus dem Speicher zieht und abändert. Riot Games wird eben genau das nun auch tun und so effektiver gegen jede Art von Betrug vorgehen.

Es ist allerdings mehr als fraglich, ob jeder Spieler damit einverstanden sein wird. Schließlich ist Riot Games auch nur ein weiterer Drittanbieter, dem dann quasi der volle Zugriff gewährt wird, damit das Anti-Cheat-Programm funktioniert.

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