Nachdem bereits Epic Games eine Klage gegen Apple und Google wegen zu hoher Gebühren eingereicht hat, versucht jetzt der Entwickler Wolfire Games sein Glück gegen Valve. Es ist ein Kampf wie David gegen Goliath. Denn im Gegensatz zum Softwareunternehmen Valve verfügt das kleine Entwicklerteam von Wolfire Games nicht über unerschöpfliche Finanzmittel.

Nichtsdestotrotz hat das kleine Unternehmen am 27.04.2021 eine Sammelklage gegen Valve eingereicht. Hintergrund der Problematik sind die hohen Anteile von 30 %, die die Plattform Steam beim Verkauf eines Spiels einstreicht. Vergleichbare Streaming-Portale wie der Epic Games Store verlangen hingegen nur 12 %. Und selbst Microsoft® hat angekündigt, ab dem 01.08.2021 seinen Umsatzanteil von 30 % auf 12 % bei seinen PC-Spielen zu reduzieren. Damit möchte das Großunternehmen nach eigener Aussage Gamern und Gamerinnen mehr Spiele zur Verfügung stellen und gleichzeitig den finanziellen Profit der Entwickler fördern. Diese wären mit höheren Einnahmen in der Lage, bessere und erfolgreichere Titel zu produzieren.

Doch seien wir einmal ehrlich! Die Tatsache, dass Microsoft® seine Gebühren senken wird, hat wohl wenig mit Philanthropie gemeinsam. Vielmehr möchte das Unternehmen mithilfe einer geringeren Umsatzbeteiligung Publisher auf die hauseigene Plattform locken. Denn immerhin dürfen wir nicht vergessen, dass Steam laut der Gerichtsakten den US-amerikanischen Spielemarkt mit einem Anteil von 75 % dominiert.

Darüber hinaus fördern Praktiken wie die Key-Price-Parity-Provision, die von Steam angewandt wird, die Monopolstellung. Hierbei handelt es sich um eine Klausel, die es Publishern verbietet, ihre Spiele auf Plattformen mit günstigeren Konditionen zu einem geringeren Preis anzubieten. Durch diese Preisparitätsanforderungen stellt Valve sicher, dass kein anderer Streaming-Anbieter den Preis für Games aus dem Steam-Sortiment unterbietet.

Daraus resultiert, dass Publisher – wenn sie einmal bei Steam sind – kaum von anderen Plattformen profitieren. Denn mit über 51.000 Games (Stand April 2021) ist Steam eine der größten Streaming-Plattformen weltweit. Und selbst Versuche von namhaften Branchengrößen wie Epic, die Monopolstellung von Valve zu brechen, sind bisher gescheitert. Es bleibt daher abzuwarten, ob das kleine Team von Wolfire Games mit seiner Klage in Washington Erfolg haben wird.

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