Dass beim Entwicklerstudio Blizzard seit dem – vor allem in der Gaming-Community – umstrittenen Zusammenschluss mit Activision der Haussegen schief hängt, ist nichts Neues. Anzeichen dafür sind nicht nur der Weggang bedeutender Entwickler wie Mike Morhaime im Jahr 2018 und Jeff Kaplan, der erst kürzlich seinen Hut nahm, sondern auch massive Rückgänge bei den Spielerzahlen. Doch liegt die Ursache hierfür wirklich am angekratzten Image von Blizzard?

Im ersten Quartalsbericht für das laufende Jahr hat Blizzard erneut die Zahl der monatlich aktiven Nutzerinnen und Nutzer (MAU) bekannt gegeben. Beim Betrachten der MAU-Zahlen springt ins Auge, dass der Entwickler allein im Vergleich zum letzten Vorjahresquartal 2 Millionen aktive Spieler weniger verzeichnete. Doch dieser krasse Verlust bestätigt nur den Trend der letzten Jahre. Seit 2018 gingen den Schöpfern von World of Warcraft®, Overwatch®, Diablo 3®, Hearthstone® und Co. rund 11 Millionen aktive Spieler verloren. Doch was ist die Ursache für diesen enormen Rückgang?

Sie ist zuallererst bei Blizzard selbst zu suchen, denn der Entwickler geizt seit Jahren mit echten Neuheiten. Während das legendäre WoW® und Glücksgriffe wie Overwatch® die Pumpe weiterhin am Laufen hielten und stabile Umsätze einfuhren, verpasste man es bei anderen Marken, genügend Content nachzuliefern, um die Spielerinnen und Spieler bei der Stange zu halten. Die Fans von Diablo® lässt Activision Blizzard am ausgestreckten Arm verhungern, denn Diablo® IV wurde zwar bereits auf der BlizzCon 2019 angekündigt, ein Datum für den Release steht jedoch weiterhin nicht fest. Lediglich ein Alpha-Test für Diablo® II: Resurrected™ und das geplante Mobile-Game Diablo® Immortal machen Fans der Serie leise Hoffnungen.

Ob der Entwicklerschwund für die Probleme bei der Spieleentwicklung zuständig ist, ist schwer zu beurteilen. Ganz spurlos dürfte der Braindrain jedoch nicht an Activision Blizzard vorbeigehen. Für Unmut innerhalb der Blizzard-Community sorgen immer wieder auch Aussagen von CEO Robert „Bobby“ Kotick, die zwar bei Investoren gut ankommen, jedoch nicht bei den eigenen Fans. Auch eine vermeintliche Bevorzugung von Activision-Spielen wie Call of Duty® steht im Raum.

Obwohl die Spielerzahlen weiter sinken, kann Blizzard wirtschaftlich erneut auf Erfolge verweisen. Der Umsatz im ersten Quartal des Jahres 2021 lag bei 483 Millionen US-Dollar. Davon bleibt ein Gewinn von 208 Millionen US-Dollar hängen. Am Hungertuch muss Blizzard also trotz rapide sinkender Spielerzahlen nicht nagen.

Was ist Eure Meinung zur Krise von Blizzard? Sind die rückläufigen Spielerzahlen eher dem Mangel an neuen Inhalten oder dem fragwürdigen Verhalten der Führungsriege geschuldet? Teilt uns Eure Meinung gern auf Facebook mit.

Share