Der Prozessor-Markt ist spätestens seit diesem Jahr zwischen AMD und Intel® heiß umkämpft. Eine ungewöhnliche Situation für den Hersteller Intel®, der offenbar nun sogar auf kleinere Tricksereien zurückgreifen mussten, um besser als AMD dazustehen.

Ausgangspunkt ist hierbei ein Blog-Beitrag von Intel®, der sich mit den High-End-Xeon-Prozessoren beschäftigt. Darin werden natürlich auch Vergleiche zu AMDs neuer Epyc-Reihe gezogen und Werte miteinander verglichen. Selbstverständlich kommt Intel® bei diesem Vergleich deutlich besser weg als die direkte Konkurrenz. Natürlich ist es nicht wirklich unüblich, dass sich so ein Technik-Unternehmen wie Intel® hauptsächlich auf Benchmarks stützt, bei denen sie besonders gut wegkommen. AMD ist etwa großer Fan vom Cinebench, da sie dort die deutlich besseren Werte erreichen. Intel® hingegen nutzen vermehrt die „Real World Performance“ und das nicht ohne Grund. Dabei wird allerdings die Bedeutung von Threads klein gesprochen. Ein Gebiet, in dem das Unternehmen hinter der Konkurrenz liegt.

MF
Mit dem Blog-Eintrag hat es Intel® aber offenbar nun für viele übertrieben. So werden zwei Xeon Platinum 9282 und zwei Epyc 7742 gegenübergestellt. Ein Vergleich der für viele überhaupt keinen Sinn ergibt. Nicht nur preislich sind die beiden Produkte kaum miteinander zu vergleichen, auch die Grundlagen sind viel zu verschieden. Xeon nutzt etwa eine TDP von 400 Watt, Epyc eine mit 225 Watt. Das Speicherinterface des Intel®-Produkts bietet zwölf Kanäle mit einer 407 GB/s Übertragungsrate. AMD hat dagegen nur ein Octa-Channel-Speicherinterface mit 204,8 GB/s. Der Xeon Platinum 9282 ist eine Speziallösung, der Epyc 7742 ist dagegen als reguläres Produkt im Handel verfügbar.

Damit aber noch nicht genug. Wie Semiaccurate berichtet, wurde für den Benchmark eine veraltete GROMACS-Version genutzt, die noch gar nicht die AVX2-Funktionseinheiten von Zen 2 unterstützt. Darüber hinaus wurden auf Intels® Seite zwei Threads pro Kern verwendet. AMD „durfte“ nur auf einen Thread pro Kern zurückgreifen. All diese Ungereimtheiten führen natürlich dazu, dass sich Intel® nun Betrugsvorwürfen stellen muss. Aber selbst wenn Intel® am Ende ein stärkeres Produkt hat, so sind sie trotzdem mit einem wesentlich schlechteren Preis-Leistungs-Verhältnis aufgestellt.

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