Normalerweise ist die Gamescom geprägt von Menschenmassen und langen Warteschlangen. Das eigentliche Zocken tritt dabei für viele oftmals in den Hintergrund, weil es schlicht nicht geht. Nicht so am Pressetag. Da bleibt (Gott sei Dank) auch mal etwas mehr Zeit, um sich ein wenig mehr auszutoben und auszuprobieren. So schaffen wir es dieses Jahr erstmals, deutlich mehr „Anzuzocken“ als gewöhnlich. Ein paar knappe Ersteindrücke wollen wir Euch dabei natürlich nicht vorenthalten. Es sollte aber betont werden, dass es sich hierbei um unsere eigene Meinung handelt. Die Beurteilung der verschiedensten Titel ist daher rein subjektiv.

„Iron Harvest“ (PC):

Alle Artikel zur Gamescom 2019 findet ihr hier!Wir lieben Echtzeitstrategie-Spiele, doch so richtig viel Futter gab es die letzten Jahre nicht. Darum verfolgen wir schon länger die Entwicklung von „Iron Harvest“, das dieses Jahr auf der Gamescom mit einer ordentlichen Präsenz punkten kann. Die gespielte Runde macht denn auch tatsächlich Lust auf mehr. Das Kommandogefühl über die eigenen Truppen ist herrlich altmodisch, wirkt aber nie altbacken. Auch die Gefechte spielen sich schön schnell. Sie haben gefordert, aber nie überfordert. Wenn uns etwas an der Session gestört hat, dann das Interface, das in unseren Augen noch ein wenig Überarbeitung hinsichtlich der Nutzbarkeit gebrauchen könnte. Zudem verriet Entwickler King Art auf der Gamescom, dass viel Arbeit und Mühe in die Singleplayer-Kampagne ging. Vielleicht erwartet uns ja eine Perle der Marke „Warcraft 3“? Die vertonten Dialoge machen aber schon jetzt einen guten Eindruck.

„Hunt: Showdown“ (PC, XBOX One):

“Hunt: Showdown” ist bisher der einzige Titel, bei dem wir schon im viel verrufenen Early-Access zugeschlagen hatten. Und wir bereuen es bis heute nicht. Über 100 Stunden habe wir bisher in die Online-Matches gesteckt. Allerdings müssen wir auch gestehen, dass wir seit einigen Monaten relativ inaktiv waren. Umso schöner war es, als wir jetzt eine deutlich neuere Version spielen durften. Denn die Verjüngungskur merkte man dem Spiel deutlich an. Es lief nahezu butterweich und in unserer Runde erlebten wir keinerlei Verzögerung. Auch die neuen Waffen, Perks und Optionen schienen auf den ersten Blick sehr sinnvoll. Dennoch bleiben wir vorerst skeptisch, was die Dreier-Teams angeht. Das grandiose Feeling alleine mit einem Kumpel durch die Sümpfe zu stampfen, von einer permanenten Gefahr umgeben, geht durch eine weitere Person irgendwie verloren. Es kann durchaus ein klein wenig taktischer werden, aber einen weiteren großen Mehrwert für das (wahnsinnig gut aussehende) Spiel sehen wir nicht.

„Code Vein“ (PS4):

Ja, wir gestehen es: Wir lieben die Soulsborne-Reihe („Bloodborne“ ist dabei Favorit) und deswegen waren wir umso trauriger, als Entwickler From Software („Eldenring“) mit Abwesenheit auf der Gamescom glänzte. Aber hey, es gibt doch dieses „Anime-Dark-Souls“ namens „Code Vein“? Da mussten wir natürlich mal ran. Uuuund…wurden enttäuscht. Zumindest das bereitgestellte Level offenbarte keinerlei Atmosphäre und auch das Gameplay war lediglich nett. Mehr als ein „Been there, done that“, kam bei uns nicht auf. Es wirkt insgesamt einfach so erschreckend uninspiriert und auch den (permanent quatschenden) KI-Begleiter fanden wir alles andere als gut. Er ist hilfreich. Aber genau das ist das Problem. Wir hatten keinerlei Probleme (nicht einmal beim Bossfight), weil uns das Animegirl nahezu alles abnahm. Vielleicht ist es nur ein falscher Eindruck und vielleicht bietet das Spiel mehr als die Demo zeigen konnte, aber vorerst bleiben wir enttäuscht.

„The Legend of Zelda: Links Awakening“ (Nintendo Switch):

Wie wir zu Remakes stehen? Mögen wir nicht. Wir gehören zu jenen, die immer wieder auf das Original pochen. Warum auch nicht? Klassiker der Spielegeschichte sollten in unseren Augen so genossen werden, wie sie hinsichtlich ihrer Zeit auch erdacht wurden. „Links Awaking“ könnte uns aber eines Besseren belehren. Die wenigen Minuten, die wir mit dem Spiel hatten, haben wir absolut genossen. Das Remake modernisiert genau an den richtigen Stellen (Grafik, Steuerung, allgemeine Positionen von Figuren), ohne auch nur ansatzweise das Original zu hintergehen. Ein tolles Gefühl von alter Liebe, bei der es wieder viel zu entdecken gibt.

„Final Fantasy VII – Remake“ (PS4)

Also werde wir doch noch u Remake-Fans? Oh nein. Denn beim Remake von „Final Fantasy VII“, das von vielen heiß erwartet wird,  fragen wir uns schlicht und einfach: WARUM?  Es mag zwar das Ziel von Square Enix gewesen sein, das Spiel aufzubrechen, es neu zu formen und für eine neue Generation bereitzustellen, aber zu welchen Kosten? Die Grafik ist der Hammer, der Sound bombastisch und selbst die Sprecher machen einen verdammt guten Job. Aber der Rest? Warum sollte man ein für sich hervorragendes Kampfsystem über den Haufen werden, nur um dem Bombast der Inszenierung gerecht zu werden? Action scheint hier Tiefe zu ersetzen. Sollte dies wirklich der Fall sein (gab in der Demo jetzt nicht allzu viel zu sehen), dann sehen wir für ein weiteres Remake schwarz.

„Call of Duty: Modern Warfare“ (PC, PS4, XBOX One)

Hach, “Call of Duty”…. Es ist ein ständiges Auf und Ab mit dir. Nachdem du über mehrere Teile einen grandiosen Start hingelegt hattest, ging es eigentlich nur noch bergab mit dir. Wir persönlich mochten zwar „WW2“, aber mehr als ein nett gemeinter Snack für Zwischendurch, war es am Ende doch nicht. Dann kamen die Ankündigung und das erste Gameplaymaterial von „Modern Warfare“ und wir sind plötzlich wieder richtig interessiert. Und was sollen wir sagen: das Spiel macht im Multiplayer-Modus wieder richtig Bock! Es war vollkommen richtig, wieder ein paar Schritte zurückzugehen, um sich auf alte Stärken zu berufen. Und was haben wir die Killstreaks vermisst. Wir verstehen zwar die ganze Kritik, die sie mit sich brachten, aber das befriedigende Gefühl, unaufhaltsam zu sein, schaffen eben nur die Streaks so gut. Wir freuen uns riesig auf die PC-Version. Wir konnten das Spiel zwar nur auf der PS4 testen (Controller = Pfui), aber selbst da rockte der Titel wieder gewaltig. Muhahah!

Wie, das war’s schon? Oh nein! Es gibt noch viele weitere Spiele auf unserer Liste, die wir auf der Gamescom 2019 unbedingt noch antesten wollen. Drückt uns die Daumen, dass wir noch Gelegenheit finden,  „Borderlands 3“, „Doom: Eternal“ und Co. in Augenschein zu nehmen.

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