Der Epic Games Store wurde als Konkurrenz zu der Plattform Steam 2018 eröffnet. Seitdem hat das Unternehmen mit dem Store, auf dem jede Woche Gratisspiele zur Verfügung gestellt werden, Verluste im dreistelligen Millionenbereich eingefahren. Selbst für das Jahr 2021 ist nicht mit Gewinnen zu rechnen. Jetzt verklagt Epic Games die beiden Großkonzerne Apple und Google.

Doch was hat es mit der Klage auf sich und in welcher Verbindung steht sie zum Store? Mittlerweile ist allen bekannt, dass Epic Games in den letzten drei Jahren mit dem Konkurrenzmodell zu Steam über 450 Millionen US-Dollar verloren hat. Gewinne konnten in der Vergangenheit nicht erzielt werden – und das wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern. Grund für das Minus sind vor allem die wöchentlich angebotenen Gratisspiele, unter denen sich von Zeit zu Zeit ein AAA-Titel befindet. Schwarze Zahlen wird der Store vermutlich erst 2023 schreiben und bis dahin wird der Epic Games Store querfinanziert durch die Gewinne aus Fortnite.

Und genau an dieser Stelle liegt der Knackpunkt. Denn Fortnite wird von vielen Usern auch über das Smartphone gezockt und konnte bis vor Kurzem gratis über die App-Stores von Apple und Google heruntergeladen werden. Dass sich vor allem Browserspiele durch die In-App-Käufe finanzieren, ist kein Geheimnis. Doch für Epic Games stellen die 30 % Provision, die sich sowohl Google als auch Apple bei einer Transaktion einstreichen einen nicht hinnehmbaren Umstand dar, weshalb das Unternehmen ein eigenes Bezahlsystem in Fortnite einrichtete. Google und Apple sahen dieses Vorgehen als Vertragsbruch an und schmissen das beliebte Spiel kurzerhand aus ihren Stores.

Grund genug für Epic, sein Glück vor Gericht zu suchen. Im Mai 2021 geht es in die erste Runde gegen Apple. Vor der EU-Kommission wird untersucht, ob der App-Store mit seinen strengen Regeln eine Wettbewerbsbeeinträchtigung darstellt. Denn immerhin lassen sich Apps bei Apple nur über den hauseigenen Store beziehen. Und die Chancen auf einen Erfolg für die Entwickler stehen nicht schlecht. Immerhin hatte die EU-Kommission selbst eine Untersuchung gegen Apple für den Juni geplant.

In den USA ist die Lage hingegen etwas diffiziler. Denn hier steht vor allem die Sicht der Verbraucher im Mittelpunkt. Ob sich die zweite Runde im Juli gegen Google lohnen wird, steht bisher in den Sternen. Aus Gamer-Perspektive wäre es jedoch wünschenswert, dass Epic Games mit seinen Klagen einen Erfolg erzielt. Denn nur wenige Unternehmen fokussieren sich auf die Unterstützung junger Entwickler und fördern diese mit fairen Gewinnanteilen.

Wie seht Ihr die Debatte zwischen Epic Games und den Großkonzernen Apple und Google? Wer sollte die Klagen gewinnen? Teilt uns Eure Meinung auf Facebook mit!

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