Eine neue Welle an Klagen gegen EA hat explizit EAs Lootbox-System in Madden und Fifa zum Thema. Der Vorwurf besteht darin, dass der Publisher einen Glücksspiel-Kreislauf aufgebaut hat und damit Spielerverhalten ausnutzt. Hier die Details.

EA ist in den letzten Jahren schon öfter unter Beschuss geraten wegen der fragwürdigen Lootbox-Politik. Die neue Klage könnte aber teuer für das Unternehmen werden. Das ist der Hintergrund: In Madden und Fifa können Gamer mit Echtgeld Lootboxen kaufen, die Fußball- oder Footballspieler beinhalten. Dabei sind seltenere Spieler deutlich besser als normale. Das ist auch bei vielen anderen Spielen der Fall.

Neu ist jedoch, dass zum ersten Mal eindeutig aufgezeigt wird, dass EA DDA (Dynamic Difficulty Adjustment) in seinen Spielen nutzt. Dabei ist aber nur ein Spielmodus betroffen, der Ultimate Team Mode. Hier stellt sich der Spieler sein eigenes Traumteam zusammen. Die benötigten Sportler sind unter anderem in den Lootboxen zu finden.

DDA ist ein Algorithmus, der die Spielschwierigkeit dynamisch an das Können des Spielers anpasst. EA leugnet, ihn zu nutzen. Aber geleakte Dokumente haben letztes Jahr gezeigt, dass DDA durch EA patentiert ist. Während das Unternehmen weiterhin nichts davon wissen will, behaupten die neuen Klagen das Gegenteil.

Mindfactory
Durch die steigende Spielschwierigkeit werden die selteneren Spieler aus den Lootboxen immer nützlicher, um weiter voranzukommen. Zur Klage gehört der Vorwurf, EA würde durch dieses Verhalten eine Glücksspielschleife erschaffen, die folgendermaßen funktioniert: Der Gamer spielt, bis er nicht mehr weiterkommt, weil das Spiel immer schwieriger wird. Dann kauft er Lootboxen, hat dadurch ein besseres Team und kommt voran, bis die Schwierigkeit erneut zu hoch ist. Es wird geschätzt, dass die Zusammenstellung von Teams mit Profispielern durch den Kauf von Lootboxen durchschnittlich 27.000 US-Dollar kostet. Wir werden die Klage weiterverfolgen. Die nächsten Anhörungen sollen im Januar stattfinden.

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