Ask the Gamer

Downloadable Content gibt es in breiter Masse. Was wir gut finden, sind Add-ons oder Skins. Was wir schlecht finden, sind Microtransactions, um schneller Optionen freizuschalten. Und dann gibt es Dinge, die wir gar nicht verstehen: das sind Pay-to-win-Gaming-Modelle.

Wenn man über Pay-to-win nachdenkt, macht das Prinzip im ersten Moment Sinn. Menschen, die in Vollzeit arbeiten, haben meist nicht die Zeit, sich das In-Game-Material freizuschalten, um kompetitiv mitzuspielen. Darum bieten Entwickler an, den In-Game-Content direkt zu erwerben. Somit können sich Menschen mit mehr Zeit die Inhalte erspielen und die anderen kaufen ihn sich. Die einzigen Verlierer sind, wie immer im Leben, Menschen, die viel arbeiten und wenig Geld verdienen. Doch diese Diskussion wollen wir heute nicht führen.

Wenn man genauer über das Phänomen nachdenkt, tun sich jedoch Lücken auf. Warum ist es nicht möglich, direkt in das End-Game einzusteigen, wenn man keine Lust auf den Grind hat? Klar ist Grind keine schlechte Sache, solange er gut läuft. Es fühlt sich genial an, mit seinem Charakter zu wachsen, neue Skills zu erlernen und dafür belohnt zu werden. Wenn sich dann jemand diesen Fortschritt einfach holt, fühlt sich das ungerecht und unverdient an. Nicht umsonst ist World of Warcraft so beliebt, obwohl vor allem Vanilla endlosen Grind bietet. Ebenso gibt es aber viele Spiele, die grauenhaften Grind haben. 100 Stunden für ein In-Game-Item zu arbeiten, kann für ein paar Spieler reizvoll klingen, für die meisten ist es aber die reinste Qual.

Mindfactory
Warum kaufen Menschen dann exklusive Waffen/Charaktere/Fähigkeiten? Eben, weil diese ihnen einen Spielvorteil verschaffen. Dass die ganze Preispolitik der Publisher auf Kaufinhalte ausgelegt ist, wird nicht hinterfragt. Im Endeffekt aber wollen wir einfach die wenige Zeit, die wir haben, so nutzen, wie wir wollen. Und das nutzen einige Spieleentwickler eben aus – Stichwort Repair Kits in Fallout 76. Wenn das Spiel kostenlos ist, kann man diesen Trend noch verstehen. Die Entwickler müssen schließlich Geld verdienen. Aber bei Full-Price-Titeln hört der Spaß auf. Leider scheint sich die Strategie auszuzahlen. Denn egal, wie schlecht der Backlash von Fans ist, es gibt immer wieder Pay-to-win-Microtransactions. Doch es wird sich wohl leider nichts ändern, solange wir Gamer nicht an einem Strang ziehen.

Habt Ihr Euch schon mal Pay-to-win-Inhalte geholt? Und warum?

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