Der ideale PC für Videoschnitte

Die Videobearbeitung erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit. Zahlreiche Videos von Tutorials, Testimonials oder anderen Beiträgen auf YouTube bezeugen dies. Doch welche Anforderungen benötigt das heimische Rechenzentrum, um einen professionellen Videoschnitt durchzuführen? In diesem Beitrag erläutern wir Ihnen wie Sie mit Adobe Premiere Pro und dem idealen PC für Videoschnitte Ihre Projekte verwirklichen.

Inhalt:

Ob als Hobby-YouTuber oder professioneller Video-Editor – neben der richtigen Hardware zur Videobearbeitung benötigen alle die perfekte Software für ihre Anforderungen. Gerade im Bereich der Videoschnitt-Programme existieren zahlreiche kostenpflichtige und kostenlose Anbieter, die einen unterschiedlich großen Funktionsumfang liefern. Dabei stellen vor allem die Anwendungen Premiere Pro und Premiere Elements von Adobe die wohl beliebtesten Tools für Videobearbeitungen dar.

Im Folgenden stellen wir Ihnen kurz die besten Programme vor und gehen auf die jeweiligen Systemanforderungen ein, bevor wir uns dem Hauptaugenmerk dieses Beitrags widmen: der Hardware. Denn nur mit der richtigen Konfiguration erhalten Sie
einen idealen PC für Videoschnitte.

Welche Komponenten dabei eine wichtige Rolle spielen und welche eher eine untergeordnete, erläutern wir Ihnen ausführlich. Darüber hinaus stellen wir für Sie drei Desktop-PCs zusammen, die sich dem Einstiegs-, dem Mittelklasse- und dem
Oberklassesegment der Videobearbeitung widmen.

Die besten Programme für Videobearbeitungen

Unter den zahlreichen Videobearbeitungsprogrammen können mit Sicherheit Adobe Premiere Pro und Adobe Premiere Elements als die beliebtesten genannt werden. Dabei widmen sich die jeweiligen Tools von Adobe einer
unterschiedlichen Zielgruppe. Während Premiere Pro vor allem für Video-Editor aus dem Profi-Bereich gedacht ist, stellt Premiere Elements die perfekte Basis für Anfänger und Fortgeschrittene in der Videobearbeitung dar.

Dementsprechend unterschiedlich ist auch der Funktionsumfang. Als Highlights von Premiere Pro dienen unter anderem die Unterstützung von 360°-virtuellen-Realitäten, die Mehrkamera-Bearbeitung sowie
die unbegrenzte Anzahl an Bildspuren. Darüber hinaus stehen zahlreiche Video-Formate in Premiere Pro zur Verfügung. Diese sind hingegen bei Premiere Elements eingeschränkt, ebenso wie die Anzahl der bereitstehenden Bildspuren. Tools
wie beispielsweise eine 360°-Perspektive suchen Sie bei Premiere Elements vergebens. Dafür ist der Kostenfaktor aber auch geringer als bei Premiere Pro.

Eine weitere günstige Anwendung für Videoschnitte ist Wondershare Filmora9, welches in abgespeckter Version kostenlos verfügbar oder als Vollversion bereits für 60 Euro erhältlich ist. Wondershare Filmora9 widmet sich ebenfalls dem
Anfänger-Bereich und bietet neben einer benutzerfreundlichen Bedienung ein sehr großes Tool-Spektrum für Ihre Videobearbeitungen. Lediglich Bewegungsverfolgungen sowie Kodierungen via HEVC werden nicht unterstützt.

Die Features von Premiere Pro, Premiere Elements und Filmora9 im Überblick

Kriterium Adobe Premiere Pro
Adobe Premiere Elements 2020 Wondershare Filmora 9
Geeignet für Profis, semiprofessionelle Nutzer Anfänger und Fortgeschrittene Anfänger
Betriebssystem Windows®, macOS Windows®, macOS Windows®, macOS
Bildspuren Unbegrenzt 102 100
Unterstützt 360°-Virtual-Reality x
Mehrkamera-Bearbeitung x
Bewegungsverfolgung x x
3D-Bearbeitung
Unterstützt 4K
Unterstützt HEVC x x
Unterstützt Social-Media-Upload

Die Systemanforderungen von Premiere Pro, Premiere Elements und Filmora9

Die Systemanforderungen von allen drei Anwendungen sind nahezu identisch, sodass wir an dieser Stelle eine allgemeine Empfehlung geben, mit welchen Hardware-Anforderungen Sie zu rechnen haben.

Allerdings sind die von den Herstellern vorgegebenen Mindestanforderungen zum Teil recht schwammig. So werden beispielsweise für die CPU keine weiteren Angaben zu der Anzahl der Prozessor-Kerne getätigt. Der User erfährt lediglich, dass ein
Intel®-Core™ der siebten Generation sinnvoll wäre. Diese existieren allerdings je nach Leistungsstufe mit zwei bis acht Kernen. Ebenfalls wird keine Aussage darüber getroffen, ob eine hohe Taktfrequenz oder Hyperthreading von Vorteil wären.

Wer sich nicht so gut mit Videobearbeitungsprogrammen auskennt oder gar Anfänger in diesem Bereich ist, kann schnell an die Grenzen seines technischen Verständnisses geraten. Aus diesem Grund erläutern wir in den folgenden Kapiteln genau, welche
Hardware-Komponenten Sie wirklich benötigen und welche Leistungsstufen für einen Videoschnitt-PC angemessen sind.

Eigenschaften empfohlene Anforderungen
Prozessor Intel®-Prozessor der 7. Generation oder gleichwertiger AMD-Prozessor
Betriebssystem Microsoft® Windows® 10 (64 Bit) Version 1809 oder höher
RAM 16 GB RAM für Full HD, 32 GB für 4K- oder 8K-Medien
GPU 4 GB VRAM
Festplattenspeicher ca. 10 GB freier Festplattenspeicher für die Installation und die Zwischenspeicherung
Bildschirmauflösung 1.920 x 1.080 Pixel oder höher

Mehr Kerne oder höhere Taktfrequenzen? – Die passende CPU für Videobearbeitungen

Ebenso wie bei Bildbearbeitungsprogrammen profitieren Anwendungen für Videoschnitte in erster Linie von einem guten Prozessor. Über diesen laufen die Hauptrechenaufgaben, während die Grafikkarte eher selten ausgiebig
in Anspruch genommen wird.

Da sich, wie bereits dargestellt, die Anforderung der Videobearbeitungssoftware je nach Anbieter kaum voneinander unterscheiden, nehmen wir in den kommenden Kapiteln stets Premiere Pro als Referenz-Programm.

Die Software Adobe Premiere Pro ist mittlerweile so ausgelegt, dass sie mehrere Kerne mit vorzugsweise einer hohen Taktfrequenz sehr gut nutzt. Insgesamt ist das Programm in der Lage, mit bis zu 18 Kernen zu
arbeiten. Allerdings fallen die Performance-Unterschiede je nach Nutzung der Software recht gering aus.

Um Ihnen die Leistung der CPUs aus den unterschiedlichen Leistungsstufen zu veranschaulichen, greifen wir auf die Benchmarks von pugetsystems.com zurück. Diese haben ein spezielles Testverfahren entwickelt, mit dem die Arbeits- und
Exportgeschwindigkeiten unter Premiere Pro bewertet werden und folglich einen guten Überblick über die Performance der Prozessoren liefern.

Die Benchmark-Ergebnisse unter Premiere Pro

Das Test-Setup von pugetsystems.com setzt sich aus einer RTX™ 2080 Ti, einer 1 TB großen SSD von Samsung und 64 GB RAM zusammen. Als Betriebssystem dient Windows® 10 Pro. Getestet wurde Premiere Pro 2020 (ver. 14.0.4). Bei den Benchmark-Ergebnissen
stellt ein höherer Wert das bessere Ergebnis dar.

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Aus den Benchmark-Ergebnissen wird deutlich, dass bei dem Live Playback Score, welcher aktive Aufgaben in Premiere Pro bewertet, die Prozessoren entsprechend ihrer Leistungsstufe sehr nah
beieinander
 liegen. Die Führung übernehmen hier die Threadripper™ von AMD, wobei das 3970X-Modell mit seinen 32 Kernen am besten abschneidet. Der 3990X mit 64 Kernen landet lediglich auf dem zweiten Platz. Hierbei zeigt sich deutlich, dass
mehr Kerne nicht immer eine bessere Leistung bedeuten. Denn scheinbar kann Premiere Pro die 32 noch sehr gut ausnutzen, während die 64 Prozessor-Cores kein Performance-Bonus liefern.

Bei den beliebten 8-Kernen übernimmt ebenfalls AMD die Führung, während die CPUs mit 10 bis 18 Cores nur geringe Performance-Unterschiede aufweisen.

Ein ähnliches Ergebnis zeigt sich im Export Score, wo AMD ebenfalls dominiert. Bei den Prozessoren mit 6 bis 10 Kernen ist kaum ein Performance-Unterschied sichtbar. So weist der 6-Kerner von Intel® gerade einmal 5,5 Punkte weniger
als der i9 10900K mit 10 Cores auf. Erst mit wesentlich höheren Kernzahlen wachsen auch die Codierungs-Geschwindigkeiten deutlich an. Allerdings ist es durchaus fraglich, ob jemand für Videoschnittzwecke in einen teuren Threadripper™ investiert.
Immerhin liegen die Kosten auf einem Niveau mit einem sehr guten Komplett-PC-System.

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In dem Overall Score fließen die Ergebnisse der beiden vorherigen Benchmark-Tests zu je 50 % ein. Daher überrascht es kaum, dass der Gesamt-Überblick das gleiche Resultat widerspiegelt. Führend bleiben
die Threadripper™ sowie die Ryzen™-3000er-CPUs im Bereich der 8-Kerner. Eine nahezu identische Punktzahl findet sich wiederum bei dem Ryzen™ 9 3900X und dem Intel® Core™ i9 10920X sowie Intel® Core™ i9 10980XE und
dem Ryzen™ 9 3950X.

Insgesamt gesehen geht unsere Prozessor-Empfehlung mehr zu den CPUs von AMD, weil diese in allen wichtigen Anwendungen hervorragend abschneiden. Darüber hinaus zeigen die Testergebnisse, dass 8-Kerner eine sehr gute Performance in
Premiere Pro liefern und folglich als perfekte Basis für einen Videoschnitt-PC angesehen werden können.

Höhere Kernzahlen lohnen sich hingegen nur, wenn Sie sehr viele Daten exportieren. In dieser Disziplin ist der führende Threadripper™ 3970X beispielsweise über 50 % schneller als der Ryzen™ 7 3800X. Welche CPU Sie schlussendlich wirklich benötigen,
richtet sich in erster Linie danach, welche Aufgaben Sie hauptsächlich mit Premiere Pro erledigen.

Unsere CPU-Empfehlungen für Videobearbeitungen

Die passende GPU für Ihre Videoschnittprojekte

Bei Videobearbeitungen übernimmt immer noch der Prozessor die Hauptaufgaben. Lediglich bei Spezialeffekten wird die meiste Arbeit von der GPU geleistet. Das bedeutet, wenn Sie im Grunde keine Hardware-beschleunigten
Effekte nutzen, reicht eine einfache Grafikkarte durchaus aus.

Von der Nutzung ausschließlich integrierter Grafikeinheiten raten wir ab, weil diese durch den fehlenden VRAM keine gute Leistung erbringen und Codierungen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Darüber hinaus kann bereits vorab festgestellt werden, dass
je nach Anwendung von Premiere Pro eine gewisse Größe des Videospeichers von Vorteil ist. Bei Full-HD-Videos sollten Sie eine GPU mit 4 GB VRAM verwenden. Bei Projekten in 4K greifen Sie bereits
zu mindestens 6 GB, besser 8 GB Videospeicher und für die Königsdisziplin der 8K-Auflösung sollten es 11 GB sein.

Um Ihnen einen Überblick über die Performance der derzeit gefragtesten Grafikkarten zu vermitteln, greifen wir erneut auf die Benchmark-Ergebnisse von pugetsystems.com zurück. Das Testsystem setzt sich diesmal aus einem leistungsstarken Threadripper™
3970X, 64 GB RAM und einer 1 TB großen SSD zusammen.

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Der Overall Score zeigt deutlich, dass die Unterschiede zwischen High-End-Grafikkarte und älteren Modellen wie der Vega 64 doch eher gering ausfallen, wenn die Kosten zwischen den GPUs in Betracht
gezogen werden. Auffällig ist wiederum, dass das Oberfeld allein von NVIDIA®-RTX™-Grafikkarten belegt wird. Bei diesen scheint Premiere Pro die beste Performance herausholen zu können.

Dies zeigt sich unter anderem an dem Leistungs-Bonus von knapp 100 Punkten zwischen der RX 5700XT von AMD und der RTX™ 2060 Super™ von NVIDIA®. Werden diese beiden Grafikkarten im Gaming-Bereich miteinander verglichen, siegt normalerweise in den
Spielebenchmarks das AMD-Modell. Doch in puncto Videobearbeitung hat eindeutig NVIDIA® die Nase vorn.

Doch woher kommt dieser Performance-Unterschied? Die Antwort auf diese Frage folgt bei Betrachtung der aktiven Anwendungen und den Codierungen zu H.264/H.265, also dem Export.

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Bei der Analyse des Standard Live Playback Scores fällt sofort auf, dass die Performance zwischen Vega-64-GPU und RTX™ 2080 Ti mit 10 Punkten Unterschied äußerst gering ausfällt. Hierbei offenbart sich, was wir bereits zu Beginn des
Kapitels festgestellt haben. Die Grafikkarte an sich beeinflusst den Workflow bei bestimmten Anwendungen in Premiere Pro kaum.

Anders verhält es sich beim Export. Hier zeigen die neuesten und leistungsstärksten Grafikkarten den erhofften Geschwindigkeits-Bonus. Dieser macht sich vor allem bei längeren Videos stark bemerkbar.

Insgesamt lässt sich anhand der Benchmarks feststellen, dass NVIDIA®-Grafikkarten sehr gut mit Premiere Pro zusammen arbeiten. Doch trifft diese Schlussfolgerung auch bei Hardware-beschleunigten Effekten zu? Werfen wir einen
abschließenden Blick auf den GPU Score.

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Hinter dem GPU Score verstecken sich Anwendungen wie beispielsweise Lumetri Color, Ultra Key, Sharpen, Gaussian Blur, Basic 3D, Directional Blur, VR Digital Glitch und VR De-Noise. Dabei handelt es sich um Effekte, die von
einer Hardware-Beschleunigung profitieren
.

Auch in diesem Aspekt zeigt sich deutlich, dass NVIDIA®-Grafikkarten die bessere Leistung erbringen. Dabei fällt erneut der Unterschied zwischen RTX™-GPUs und den anderen Vergleichs-Modellen auf. Interessant ist ebenfalls, dass die
GTX™ 1660 Ti mit ihrem 6 GB großen VRAM etwas besser abschneidet als die RX 5700XT mit 8 GB Videospeicher, was unsere Vermutung untermauert, dass Premiere Pro eher auf NVIDIA®-Karten zugeschnitten ist als auf AMD-GPUs.

Schlussendlich ergeben die GPU-Benchmarks ein klares Bild. Wer mit Hardware-beschleunigten Effekten in Premiere Pro arbeiten oder lange Videos exportieren möchte, sollte eine NVIDIA®-Grafikkarte auswählen. Mit ihr sparen Sie sich sehr viel Zeit und
erhalten die derzeit beste Performance.

Unsere GPU-Empfehlungen für Videobearbeitungen

Der richtige Arbeitsspeicher kann ausschlaggebend sein!

Bei der Bearbeitung von Videos wird der Arbeitsspeicher extrem gefordert. Selbst bei der Erstellung von Full-HD-Medien entfallen schnell rund 7 GB auf die flüssige Verwendung einer Timeline mit Effekten. Weitere 11 GB können durch
den Export entstehen. Möchten Sie darüber hinaus mit höheren Auflösungen und zahlreichen Special-Effekts arbeiten, steigt die benötigte Speicherkapazität exponentiell an.

Die Größe Ihres Arbeitsspeichers ist folglich ausschlaggebend für Ihre Produktivität. Anders verhält es sich mit der Taktfrequenz des RAM-Moduls. Diese spielt bei der Videobearbeitung eher eine untergeordnete Rolle. Dennoch sollten Sie mindestens
einen DDR4-Arbeitsspeicher mit einer Taktfrequenz von 2.667 MHz auswählen.

Zur Orientierung: Für Ihre Video-Projekte sollten Sie bei Full-HD-Medien auf 16 GB, bei 4K auf 32 GB und bei 8K auf 64 GB RAM zurückgreifen. Wer jedoch mit vielen Effekten arbeiten möchte, darf die
Kapazitäten gern verdoppeln. Auf diese Weise stellen Sie einen flüssigen Workflow sicher.

Unsere Arbeitsspeicher für Videobearbeitungen

Mit der richtigen Speicherkombination zum Erfolg

Neben dem Prozessor, der Grafikkarte und dem Arbeitsspeicher spielt der Festplattenspeicher ebenfalls eine wichtige Rolle. Ist dieser zu langsam, wird selbst die schnellste CPU in ihrer Geschwindigkeit gedrosselt. Daher sollten Sie
auf jeden Fall einen Flashspeicher nutzen.

Um die beste Performance aus Ihrem System herauszuholen, greifen Sie auf insgesamt drei Speicher zurück, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Speicher Nummer 1 dient zur Ablage Ihres Betriebssystems und aller Programme, die Sie tagtäglich verwenden – wie zum Beispiel Premiere Pro. Nutzen Sie dafür eine SSD-Karte mit
PCIe-Schnittstelle
. Diese bietet eine sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeit, wodurch Boot- und Ladezeiten signifikant verkürzt werden.

Speicher Nummer 2 dient zur Erstellung Ihrer Videoprojekte und sollte ebenfalls ein SSD-Speicher mit PCIe-Anbindung sein. Diesen nutzen Sie so lange, bis Ihr Video fertig bearbeitet und exportiert
ist.

Speicher Nummer 3 wird als Medien-Archiv angelegt. In diesem speichern Sie Ihre fertigen Videos und löschen sie gleichzeitig aus Speicher Nummer 2. Da der dritte Speicherplatz lediglich als Medienbibliothek genutzt
wird, reicht in diesem Fall eine HDD-Festplatte. Diese sind mittlerweile sehr günstig auf dem Markt, sodass Sie auf sehr große Kapazitäten zurückgreifen können.

Wie viel Speicher Sie insgesamt benötigen, richtet sich vor allem nach der Länge und Anzahl Ihrer Videos. Wer regelmäßig mit Premiere Pro arbeitet und dementsprechend viele Projekte erstellt, sollte eine Kombination aus 250 GB (Speicher 1), 1 TB
(Speicher 2) und 4 TB (Speicher 3) wählen.

Unsere Festplatten-Empfehlungen für Betriebssystem & alltägliche Programme

Unsere Festplatten-Empfehlungen für Projektdateien

Unsere Festplatten-Empfehlungen für Ihr Medien-Archiv

Drei Videobearbeitungs-PCs für drei Leistungsklassen

Nach eingehender Analyse der Hardware stellen wir Ihnen an dieser Stelle unsere drei Videobearbeitungs-PCs vor. Da die Ansprüche an die eigenen Projekte sehr unterschiedlich sind, haben wir uns dafür entschieden, die Builds nach drei
Leistungsstufen zu erstellen. Der erste richtet sich dabei dem Einstiegssegment und bietet vor allem Anfängern genügend Power und Speicherkapazität, um zahlreiche Projekte in Full HD zu realisieren. Unser Mittelklasse-Modell kann auch als Allrounder
bezeichnet werden, der viel Spielraum für Kreativität lässt. Mit unserer Profi-Variante erhalten Sie das Beste vom Besten und müssen sich in keiner Weise einschränken.

Das Anfänger-Modell für Videobearbeitungen

Für unseren Einstiegs-Videoschnitt-PC haben wir einen Ryzen™ 7 3700X mit 8 Kernen ausgewählt. In Verbindung mit der GTX™ 1650 Super™ meistern Sie mit dieser Videos in Full HD und
können zugleich etwas in die Welt der 4K-Produktion schnuppern. Mit eindrucksvollen Special-Effekts sollten Sie hingegen sehr sparsam umgehen. Da das Rendern dieser eine Menge Zeit in Anspruch nehmen wird.

Unterstützt wird der Anfänger-Build von einem 16 GB großen RAM von G.Skill sowie unserer vorgeschlagenen Speicher-Konfiguration bestehend aus einer 250-GB-SSD, einer zweiten 1 TB großen SSD sowie einer großzügig bemessenen
4-TB-Festplatte, auf der Sie zahlreiche Video-Projekte archivieren.

Neben der Erstellung von Videoschnitten dient der Einstiegs-PC auch ideal zur Bearbeitung von Fotos oder dem Zocken von aktuellen Games. Allerdings sind diese bei hohen Grafikeinstellungen ausschließlich in Full HD
flüssig spielbar.

Dennoch bietet unsere Einstiegs-Variante die ideale Basis für Videoschnitt-Experimente und Bildbearbeitungen via Photoshop, sodass Sie Ihre Kreativität entfalten können.

*Stand 12/2020: Preise und Verfügbarkeiten können abweichen

Der Allrounder unter den Videoschnitt-PCs

Unser Allrounder verfügt nicht nur über ein MPG-B550-Gaming-Plus-Mainboard von MSI, sondern auch über einen leistungsstarken Prozessor. Der Ryzen™ 9 3900X wartet mit 12 Kernen und 24 Threads auf und ist somit bestens
geeignet für lange Videos in 4K. Die Exportzeiten sind im Vergleich zum Einstiegs-PC für Videobearbeitungen ebenfalls um einiges kürzer, sodass eine klare Produktivitätssteigerung vorliegt.

Mithilfe der RX 5700XT von AMD, die einen 8 GB großen VRAM vorweist, meistern Sie After Effects ohne Probleme. Selbst 6K- oder 8K-Videos sind mit dieser Konfiguration im Bereich des Möglichen. Damit
die Power des Prozessors bestens unterstützt wird sowie Codierungen schnell bewerkstelligt werden, haben wir unserem Mittelklasse-Modell einen 32 GB großen Arbeitsspeicher von G.Skill spendiert.

Bei der Speicher-Konfiguration haben wir keine Veränderungen vorgenommen, weil diese bereits bei der Anfänger-Variante sehr großzügig bemessen war. Neben Videobearbeitungen von 4K- und 6K-Videos können Sie Bildbearbeitungen in
Photoshop
 vornehmen oder während des Exports Ihres Projekts entspannt Ihr Lieblings-Game in UHD-Auflösung zocken. Selbst 4K-Auflösungen sind mit der RX 5700XT möglich, jedoch müssen Sie eventuell die Grafikeinstellungen
etwas herunterstellen, um ein flüssiges Gameplay sicherzustellen.

Komponente Mittelklasse-Modell Preisrange*
Gehäuse be quiet!® Pure Base 500 ca. 60
Mainboard MSI MPG B550 Gaming Plus ca. 135
Prozessor AMD Ryzen™ 9 3900X 12x 3.80 GHz ca. 420
CPU-Kühler be quiet!® Dark Rock Slim ca. 50
Grafikkarte 8 GB Gigabyte Radeon™ RX
5700 XT Gaming OC
ca. 360
Arbeitsspeicher 32 GB G.Skill Aegis DDR4-3200 DIMM CL16 ca. 110
1. SSD 250 GB Kingston M.2 2280
PCIe 3.0 x4
ca. 35
2. SSD 1.000 GB Crucial P1 NVMe M.2
2280 PCIe 3.0 x4
ca. 100
HDD 4.000 GB WD Blue WD40EZRZ 3.5″ SATA 6Gb/s ca. 85
Netzteil 600 Watt be quiet!® System Power 9 ca. 55
Gesamtpreis ca. 1.400

*Stand 12/2020: Preise und Verfügbarkeiten können abweichen

Das Profi-Modell unter den Videoschnitt-PCs

Ein Profi-Modell für Videoschnitte benötigt natürlich die beste Hardware-Ausstattung. Deshalb haben wir eines der neuesten Mainboards eingebaut, das X570 Gaming X von Gigabyte, welches auch mit kommenden
Prozessor-Generationen kompatibel ist. Als CPU dient der Ryzen™ 9 3950X, der über ganze 16 Kerne und 32 Threads verfügt. Mit diesem Prozessor erhalten Sie die beste Leistung, die ein Ryzen™-Modell derzeit aufzuweisen
hat. Nur die extrem teuren Threadripper™ bieten Ihnen eine bessere Performance.

Schnelle Exporte und Codierungen sind Ihnen mit dieser CPU gewiss. Unterstützt wird unser Build von einer RTX™ 2080 Ti, die Ihnen stolze 11 GB Videospeicher bereitstellt. In Verbindung mit der CPU meistern
Sie 8K-Videos mit Special-Effects ohne Probleme.

Damit Sie genügend Power für Ihre anspruchsvollen Video-Projekte zur Verfügung haben, wird die Profi-Konfiguration von einem 64 GB großen Arbeitsspeicher unterstützt, der durch zwei 32-GB-Module der G.Skill-Ripjaws-Serie vertreten
ist.

Bei der Speicherkombination haben wir ebenfalls etwas aufgerüstet. Für das Betriebssystem und alle Programme stehen jetzt 500 GB SSD-Speicher bereit. Bei der Projektplanung greifen wir auf die bisherige 1-TB-SSD zurück, weil diese genügend Kapazität
für Auslagerungsdateien und Cache bereitstellt. Für das Archiv planen wir mit einer 6 TB großen HDD, weil 8K-Videos mit Special-Effects schnell große Datenmengen in Anspruch nehmen.

Dass diese Konfigurationen Bildbearbeitungen sowie alle anderen alltäglichen Anwendungen meistert, steht außer Frage. Das Besondere an unserem Profi-Modell ist aber, dass Sie neben Videoschnitten ebenfalls
Live-Übertragungen
 starten können und die bisher beste Performance im Gaming erhalten. Aktuelle und zukünftige Titel zocken Sie nicht nur flüssig in 4K-Auflösung und mit höchsten
Grafikeinstellungen, sondern auch mit der realitätsgetreuen Raytracing-Technologie.

Mehr Power für einen vernünftigen Preis ist derzeit nicht erhältlich.

Komponente Oberklasse-Modell Preisrange*
Gehäuse NZXT H510 Elite ca. 150
Mainboard Gigabyte X570 Gaming X ca. 150
Prozessor AMD Ryzen™ 9 3950X 16x 3.50 GHz ca. 665
CPU-Kühler be quiet!® Dark Rock Slim ca. 50
Grafikkarte 11 GB MSI GeForce®
RTX™ 2080 Ti GAMING X TRIO
ca. 1.150
Arbeitsspeicher 64 GB G.Skill Ripjaws DDR4-3600 CL18 ca. 250
1. SSD 500 GB Crucial P1 NVMe
M.2 2280 PCIe 3.0 x4
ca. 75
2. SSD 1.000 GB Crucial P1 NVMe M.2
2280 PCIe 3.0 x4
ca. 100
HDD 6.000 GB Seagate Barracuda
256 MB 3.5″  SATA 6Gb/s
ca. 120
Netzteil 700 Watt be quiet!® System Power 9 ca. 65
Gesamtpreis ca. 2.775

*Stand 12/2020: Preise und Verfügbarkeiten können abweichen

Laptops als Workstations für Videobearbeitungen

Wer viel reist und tagtäglich mit Videoschnitten arbeitet, möchte seinen Laptop vielleicht nicht nur zu Präsentationszwecken im Meeting nutzen, sondern die langen Fahrtzeiten so gut wie möglich ausschöpfen. Damit Sie auch von unterwegs Ihre
Projekte bearbeiten und finalisieren können, benötigen Sie ein leistungsstarkes Notebook. Dieses darf in Bezug auf die wichtigsten Komponenten für Videobearbeitungen keinerlei Einschränkungen aufweisen.

Das heißt, auch im Falle eines Laptops sind eine leistungsstarke CPU mit mindestens 6 Kernen, genügend Arbeitsspeicher, eine große SSD-Festplatte sowie eine gute Grafikkarte für das Hinzufügen von Special-Effekts Pflicht. Zudem muss das Display
mindestens über eine Full-HD-Auflösung und hohe Farbtreue zur präzisen Darstellung verfügen. Die Akkulaufzeit sollte ebenfalls nicht zu knapp bemessen sein.

Die Anforderungen an den Laptop für Videoschnitten sind folglich nicht geringer als an einen Desktop-PC. Allerdings spiegelt sich dies aufgrund des handlichen Formates eines Notebooks und der dementsprechend angepassten Hardware auch im Preis
wider, der deutlich über den Tower-PCs liegt.

Unsere Laptop-Alternativen

Unsere beiden Laptop-Alternativen stammen beide aus der Creator-17-Serie von MSI. Dabei handelt es sich um leistungsstarke Workstations, die direkt für den Bereich Content-Creation entwickelt
wurden. Der MSI Creator 17M A10SD-215 stellt das schwächere Modell von beiden dar. Dennoch ist es hervorragend zur Erstellung von Videos, Animationen, Grafiken und 3D-Modellen geeignet. Leistungstechnisch orientiert sich die Performance an
unserem Einsteiger-Modell, mit dem Sie vorwiegend in Full HD arbeiten. Unterstützt wird ein flüssiger Workflow von dem 16 GB großen Arbeitsspeicher. Wer Videos in 4K oder gar 8K bearbeiten möchte, kann den RAM-Speicher auf
insgesamt 64 GB erweitern, sodass Sie auch mit dem günstigeren Modell von MSI eine Upgrade-Möglichkeit besitzen.

Die teurere Variante entspricht in puncto Performance ungefähr unserem Profi-Videoschnitt-PC und weist einen 8-Kern-Prozessor von Intel® der 10. Generation auf. Die Grafikleistung wird von der RTX™ 2080 Super™ übernommen, die mit
einem 8 GB großen VRAM aufwartet. Der Arbeitsspeicher wurde bei dem A10SGS-268 auf 32 GB aufgestockt und der SSD-Speicher um weitere 1 TB ausgebaut, sodass Ihnen insgesamt 2 TB Speicherkapazität für Betriebssystem, Programme und
Projekte zur Verfügung stehen. Ihre 4K- oder gar 8K-Videobearbeitungen versehen Sie mit diesem Notebook dank der hohen Grafikleistung mit zahlreichen Special-Effekts. Natürlich ist auch bei diesem Modell der Arbeitsspeicher bis auf
64 GB erweiterbar.

Insgesamt eignen sich beide Notebooks ideal für kreative Content-Erstellung. Allerdings liegt der Anschaffungspreis für die leistungsstarken mobilen Geräte wesentlich höher als bei unseren selbst zusammengestellten Videoschnitt-PCs, sodass Sie sich
zwischen Budget und Mobilität entscheiden müssen.

Monitore – mit Durchblick zum Erfolg

Die Anforderungen an einen Monitor für Videoschnitte sind ähnlich hoch wie für Bildbearbeitungen. In erster Linie müssen die Farben richtig dargestellt werden. Dafür empfiehlt sich eine Abdeckung von mindestens 90 % des
Adobe-RGB-Farbraums
. Zudem sollte der Monitor eine hohe Helligkeit und Leuchtkraft aufweisen.

In puncto Panel-Typ empfehlen sich matte IPS-Panels, welche eine sehr gute Blickwinkelstabilität aufweisen. Eine Werkskalibrierung ist ebenfalls von Vorteil. Denn sie stellt sicher, dass Ihr Monitor das Farbspektrum präzise
darstellt.

Bei der Größe des Displays sind Sie frei in der Auswahl. Dennoch sollten Sie für ein bequemes Arbeiten keine Monitore unter 24 Zoll kaufen. Ebenfalls ist eine Auflösung in mindestens Full HD Pflicht. Besser sind QHD- oder
4K-Displays, auf denen Sie jedes Detail haargenau betrachten.

Fazit

Unsere ausführliche Analyse der Benchmarks von CPU und GPU hat in erster Linie gezeigt, dass ein Videoschnitt-PC einen sehr guten Prozessor beinhalten muss. Denn er übernimmt die Hauptrechenaufgaben. Erst wenn Special-Effekts im großen Maßstab
hinzugefügt werden, profitiert auch Premiere Pro von dem zusätzlichen Videospeicher, auf dem die Hardware-beschleunigten Aufgaben ausgelagert werden.

Darüber hinaus spielen ein großer Arbeitsspeicher sowie die passende Speicher-Konfiguration Ihrer Festplatten eine enorme Rolle. Denn je länger und hochauflösender Ihre Videoprojekte sind, desto mehr Kapazitäten werden in beiden Bereichen benötigt.

Mit unseren drei PC-Builds für Videobearbeitungen haben wir Ihnen die Grundausstattung eines Video-Editors vom Anfänger bis zum Profi bereitgestellt. Dabei unterscheiden sich die PC-Zusammenstellungen vor allem in der Leistung sowie der Fähigkeit,
Videos in einem guten Workflow in den unterschiedlich hohen Auflösungen zu bearbeiten.

Zusätzlich bieten Ihnen alle drei Videobearbeitungs-PCs die Möglichkeit, via Photoshop Bilder zu bearbeiten oder während des Codierung-Vorganges zu relaxen und Ihr Lieblingsgame zu zocken. Dabei wartet vor allem das Profi-Modell mit allen Features
auf, die auch eingefleischte Gamer zu schätzen wissen.

Mit unseren Laptop-Alternativen haben wir Ihnen die Option offeriert, auch von unterwegs oder auf Geschäftsreisen Ihre Projekte schnell zu bearbeiten. Denn die MSI-Creator-17-Serie wurde speziell für alle Aufgaben der Content-Creation entwickelt
und bietet Ihnen dementsprechend eine hervorragende Ausstattung, die selbst Profis schätzen.

Schlussendlich obliegt es Ihnen, ob Sie sich für einen unserer drei Beispiel-Videoschnitt-PCs oder einen Laptop von MSI entscheiden. Alle in diesem Beitrag aufgeführten Optionen sind auf einen perfekten Workflow und hohe Produktivität ausgelegt,
die Ihnen die ideale Basis für Ihre Video-Projekte bietet.

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