Der Kampf der Bundesregierung gegen das Darknet trägt Früchte. So wurde zu einem ordentlichen Schlag ausgeholt und ein Rechenzentrum von 2.000 Darknet-Server vom Netz genommen. Auch diverse Verdächtige wurden bereits festgenommen. 

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Am vergangenen Donnerstag war es dann endlich soweit. Nach fünf langen Jahren Vorbereitungszeit schlugen Ermittler zu und nahmen sich ein ganzes Rechenzentrum von Cyberkriminellen vor. Dabei wurden nach ersten Angaben (via PCGamesHardware) um die 2.000 Server vom Netz genommen. Diese haben die Kriminellen angeblich hauptsächlich genutzt, um Drogen zu verkaufen, Cyberangriffe zu organisieren, Falschgeldgeschäfte abzuwickeln und Kinderpornografie zu verbreiten. Die Server selbst wurden in einem ehemaligen Bunker der Bundeswehr aufgebaut, gesichert von einem eingezäunten und bewachten Gebiet. Dieses erstreckte sich auf einem ungefähr 13.000m² großem Gelände. Im Bunker wurden die Server auf über fünf Etagen verteilt aufgebaut. 200 davon wurden bereits beschlagnahmt, weitere sollen aber folgen. Die Auswertung der ganzen Daten wird wohl noch viele Jahre beanspruchen. Auch wird die internationale Zusammenarbeit den Prozess ein wenig erschweren.

Organisiert wurde das Ganze offenbar von einem 59-jährigen Niederländer, der den Bunker 2013 mit aufgebaut und betrieben hat. Laut Johannes Kunz, Präsident des Landeskriminalamtes (LKA) Rheinland-Pfalz handelt es sich bei dem Mann um einen sogenannten „Bulletproof-Hoster“, der Kriminellen Sicherheit garantiert und vor Zugriffen von staatlichen Einrichtungen schützt. Der Mann soll zuvor schon in den Niederlanden auffällig geworden sein und hat wohl Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Sieben weitere Verdächtige (sechs Männer und eine Frau) zwischen 20 und 59 Jahren sollen sich in Untersuchungshaft befinden. Gegen sie wird unter anderem wegen der Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt.

Dass die Aktion so lange brauchte, bis sie starten konnte, lag vor allem an der schwierigen Rechtslage in Deutschland. So ist es durchaus erlaubt, Rechenzentren zu betreiben, auf denen illegale Seiten gehostet werden. Bevor man gegen Betreiber vorgehen kann, muss man diesen erst einmal nachweisen, dass sie Kenntnisse über die illegalen Aktivitäten haben und/oder diese sogar fördern.

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