China war schon immer ein Land, dem Videospiele ein Dorn im Auge waren. Dementsprechend streng sind Regularien, um ein Spiel überhaupt auf den Markt zu bringen. Scheinbar aber noch nicht hart genug, denn das Land will Releases noch weiter einschränken. 

Schon seit April des vergangenen Jahres arbeitet China daran, die Regeln für Videospiel-Zulassungen weiter zu verschärfen. Offiziell hat man dabei den Schutz Minderjähriger im Sinn und will sie unter anderem von Lootboxen weitestgehend fernhalten. Darüber hinaus gibt es aber auch einige Änderungen, die schon stutzig machen. So tritt laut Niko Partners nun etwa ein Verbot für die englische Sprache in Kraft. Spiele mussten zwar schon immer lokalisiert werden, doch geht die Regierung noch einen Schritt weiter. Selbst einfacher Sprachgebrauch, wie „Winner“ oder „Attack“ kann dazu führen, dass ein Spiel verboten bzw. nicht zugelassen wird.

MF
Aber auch andere Bestandteile von Spielen werden nun genauer betrachtet. China ist der Meinung, dass Minderjährige nicht mit einer Hochzeitsoption konfrontiert werden sollten. Spiele, die es zum Beispiel ermöglichen, dass der eigene Avatar heiraten kann, werden für Minderjährige unzugänglich gemacht. Darüber hinaus geht es aber auch Loot-Boxen immer mehr an den Kragen. Vor einiger Zeit wurde bereits festgelegt, dass Spiele die Chancen offen kommunizieren müssen. Das geht der Regierung aber nicht weit genug. Nun müssen Spiele auch zeigen, wie oft man eine Loot-Box öffnen muss, um an ein gewünschtes Item heranzukommen. Zudem darf ein Spieler „nur“ noch maximal 50 Boxen am Tag öffnen. Scheitert ein Spiel drei Mal an einer Freigabe, ist eine Veröffentlichung in China vollkommen ausgeschlossen.

Seitdem das Land Videospiele ins Auge gefasst hat, schrumpft der Markt gehörig. Während 2017 noch knapp 8.500 Spiele veröffentlicht wurden, waren es 2019 gerade einmal 1.570 Games, die es auf den Markt schafften (laut Gamestar). Allerdings muss auch erwähnt werden, dass es zum Großteil Smartphone-Spiele betrifft. Allgemein wird das Vorgehen so begründet, dass mehr hochwertige Spiele veröffentlicht werden sollen. Die Regeln betreffen allerdings auch die aktuelle Spielelandschaft. Sollten ältere Titel die Regeln nicht einhalten, könnte deren Verkauf nachträglich eingeschränkt werden.

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