Die Bekanntgabe von „Borderlands 3“ war von Fans schon lange herbeigesehnt worden. Eigentlich müsste man meinen, dass der Launch eine sichere Nummer für die Publisher Take-Two und 2k Games sowie Entwickler Gearbox sein müsste. Doch trat man seit der Ankündigung in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und hat jetzt möglicherweise sogar eine Grenze überschritten. 

Nein, es ist bisher nicht gerade der große Siegeszug von „Borderlands 3“, den sich Entwickler und Publisher erhofft hatten. Erst kam (wieder einmal) die Ankündigung, dass der Titel zeitexklusiv nur über den Epic Games Store für PC-Spieler erhältlich sein wird. Später folgten halbgare Aussagen von Gearbox-Chef Randy Pitchford über Microtransactions. Seiner Meinung nach gäbe es die in „Borderlands 3“ nicht. Wie sich später herausstellte gibt es sie als kosmetische Inhalte eben doch. Was folgte war einer der größten Twitter-Rants, den ein Spieleentwickler je von sich gegeben hat. Wobei er die Sache mit jeder seiner Aussagen noch schlimmer machte. Doch da hörten die Probleme mit Herrn Pitchford nicht auf. Wie sich herausstellte, hatte er auch einige Schwierigkeiten mit dem Voice-Actor der Figur Claptrap. Dabei soll Pitchford sogar handgreiflich geworden sein.

Und es kommt noch dicker! Alles nahm dabei mit dem bekannten Borderlands-Youtuber SupMatto seinen Anfang. Der gab bekannt, dass sieben seiner Videos zu dem Spiel mit einer Urheberrechtsverletzung gekennzeichnet und schlussendlich sogar offline genommen wurden. Auch seinem eigenen Discord-Account wurde der Stecker gezogen. Doch wer hat diese Löschung beauftragt? Ihr erratet es bestimmt. Verantwortlich sind „Borderlands 3“-Publisher Take-Two und Tochterfirma 2k Games. Aber gut, solche Urheberrechtsverletzungen sind ja im Grunde nichts Neues und auch wenn die Löschung des Discord-Accounts recht radikal erscheinen mag, so würden die Gründe nie für einen großen Aufschrei ausreichen. Allerdings hört die Geschichte hier nicht auf. Wie SupMatto über ein weiteres Video bekannt gab, erhielt er Besuch von zwei privaten Ermittlern, die ihn aufsuchten, verhörten und allgemein eine ziemlich unangenehme Situation schafften. Wie sich herausstellte, wurden diese Ermittler von Take-Two engagiert, um SupMatto auszufragen. In der Befragung ging es hauptsächlich um Videos, die auf Twitch-Streams zu „Borderlands 3“ basieren. Das Problem an der Sache war, dass es sich bei den präsentierten Twitch-Kanälen um Gearbox-Accounts handelte, über die man diverse Community-Features testen wollte. Die Tests machten aber schnell die Runde und die ersten Leaks (auch über SupMatto) wurden schnell verbreitet.

SupMatto sah zu dem Zeitpunkt kein Problem, die Inhalte für Videos zu nutzen, da er zudem nicht der Einzige war, der diese zeigte und darüber sprach. Mittlerweile tendiert er durch die Situation aber wohl eher dazu, dem Spiel den Rücken zu kehren. So wie viele andere Spieler auch. Denn durch die Ermittler sehen nun viele Gamer eine Grenze überschritten. Kein Publisher sollte demnach „zwei Anzugträger“ zu jemanden nach Hause schicken, nur um Druck auszuüben. Seit die Geschichte bekannt wurde, macht der Hashtag #BoycottBorderlands3 die Runde. Gamer wollen nach all den Geschehnissen, die um „Borderlands 3“ vorgefallen sind, nicht einfach nur dasitzen. Sie wollen ein Zeichen setzen. Ob dieser Aufruf den trotzdem noch recht großen Hype um das Spiel etwas anhaben kann, bleibt abzuwarten.

Take-Two und 2k Games können aktuell natürlich nicht tatenlos zusehen. Und so veröffentlichten sie kurze Zeit später ein Statement über IGN und The Verge. Demnach sei nicht der Leak über SupMatto der eigentliche Auslöser für die Ermittler gewesen, sondern es war ein längerer Prozess, der sich seit über zehn Monaten entwickelte. So soll SupMatto schon länger Urheberrechte verletzt und davon profitiert, sowie vertrauliche Informationen veröffentlicht haben. Auch indem er Schwachstellen in den Sicherheitseinstellungen von Twitch ausgenutzt habe. Schlussendlich wolle man nur das eigene geistige Eigentum schützen.

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